18:03 21 November 2019
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    Experten raten wegen Russland-Bashing: Öltransit an Lettland vorbei

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    Experten zufolge sollte Russland auf den Öltransit durch die baltischen Länder verzichten, schreibt die Zeitung "Nowyje Iswestija" am Donnerstag.

    Experten zufolge sollte Russland auf den Öltransit durch die baltischen Länder verzichten, schreibt die Zeitung "Nowyje Iswestija" am Donnerstag.

    Die lettische Hafenstadt Ventspils ist ein wichtiger Umschlagsort für russisches Öl. Die Einnahmen zwischen 250 und 300 Millionen US-Dollar aus dem Ölhandel machen mehr als ein Drittel der gesamten Haushaltseinnahmen Lettlands aus. Allein in diesem Jahr wurden durch diesen Hafen 17,5 Millionen Tonnen Öl aus Russland und weitere Millionen Tonnen von den weißrussischen Ölraffinerien in Mosyr und Polozk befördert (Weißrussland muss für das russische Öl keinen Zoll bezahlen). Im vorigen Jahr belief sich die Umschlagsmenge auf 22,2 Millionen Tonnen (darunter 13,6 Millionen Tonnen aus Russland).

    Die Hafenstadt wurde bereits in Sowjetzeiten als Umschlagsort für den Ölexport genutzt. Seit dem Zerfall der Sowjetunion hat sich Lettland stark gewandelt. Die lettischen Behörden bezeichnen inzwischen die Russen als Okkupanten. 

    Warum Russland feindlich eingestellte Länder unterstützen sollte, können nicht einmal das russische Finanzministerium und der Öltransitkonzern Transneft erklären. Bis zuletzt hatte Russland wenige alternative Wege für die Öllieferungen. Jetzt aber wurden neue Häfen in Primorsk und Ust-Luga (beide im Gebiet Leningrad) gebaut und der Hafen in Noworossijsk (Region Krasnodar) erweitert.

    „Dank den kürzlich gebauten Ölleitungen BTS und BTS-2 (russische Abkürzung von „Baltisches Pipeline-System“) konnte Russland auf die Dienste mehrerer Transitländer verzichten“, sagte Igor Juschkow vom Fonds für nationale Energiesicherheit. „Dasselbe sollte man auch mit dem Transit der Ölprodukte tun. Die neuen Kapazitäten in Primorsk und Ust-Luga wurden dafür geschaffen, dass durch die Häfen nach dem Verzicht auf den Transit durch die baltischen Länder das Öl aus Russland transportiert wird. In der Zukunft könnten diese Häfen zu multifunktionalen Exporthubs für Ölprodukte werden.“ Der Experte verwies darauf, dass dadurch die Wirtschaft im Nordwesten Russlands angekurbelt werden könnte: Zahlreiche Arbeitsplätze würden entstehen, wobei die Einnahmen Dutzende Milliarden Rubel erreichen könnten. „Das wird zweifellos geschehen, denn die Idee zum Ausschluss der Transitländer aus der Exportkette liegt quasi der russischen Energiepolitik zugrunde“, so Experte Juschkow.

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