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    Ölpreise auf Talfahrt: Russland wappnet sich für Notfall

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    Die Ölpreise haben am Mittwoch ihre Talfahrt fortgesetzt, schreibt die „Nesawissimaja Gaseta“ am Donnerstag.

    Die Ölpreise haben am Mittwoch ihre Talfahrt fortgesetzt, schreibt die „Nesawissimaja Gaseta“ am Donnerstag.

    Der Preis für die Ölsorte Brent sackte am Mittwoch an der New Yorker Börse unter 95 US-Dollar. „Falls Brent-Öl auf dem Stand von weniger als 96,5 US-Dollar verharrt, würde dies ein Zeichen für einen Rückgang auf 91 bis 89 Dollar sein“, sagte der Experte von VTB-Capital Andrej Krjutschenkow.

    Wie Alexander Sakowitsch vom russischen Finanzministerium betonte, sank der Durchschnittspreis der russischen Ölsorte Urals im September auf 95,84 US-Dollar (im Vormonat waren es 101,09 Dollar).

    Auch die russische Zentralbank bereitet sich auf eine weitere Talfahrt der Ölpreise vor. Wie die Vizevorsitzende der Zentralbank Ksenija Judajewa mitteilte, wird ein Stressszenario für einen Rückgang der Ölpreise bis auf 60 US-Dollar erstellt.

    Das Finanzministerium rechnet jedoch kaum damit, dass die Ölpreise auf 60 US-Dollar absacken werden. „Dieses Szenario ist weniger wahrscheinlich“, sagte Finanzminister Anton Siluanow am Mittwoch. Es gebe ein Stressszenario für einen Ölpreis von 80 Dollar, aber nicht für 60 Dollar. Für den Fall einer heftigeren Abwärtsbewegung der Ölpreise sind bereits Maßnahmen vorbereitet worden. Im Staatshaushalt gebe es noch freie Mittel in Höhe von 1,75 Milliarden Dollar, die genutzt werden könnten. Zudem könne diese Summe auf 2,5 Milliarden Dollar erhöht werden. Darüber hinaus könne auf Mittel aus dem Sicherungsfonds in Höhe von 12, 5 Milliarden zurückgegriffen werden, so Siluanow.

    Während die Ölpreise nach unten rauschen, steigt der Dollarkurs. Mittlerweile liegt er bei 39,66 Rubel.

    Wie der russische Vizefinanzminister Alexej Moissejew betonte, hat der Rubelkurs seine Talsohle erreicht und wird demnächst wohl wieder an steigen. Doch VTB-Chef Andrej Kostin zweifelt daran, dass der Rubel seine schwerste Phase bereits hinter sich hat. „Ich sehe keine Gründe für ein Erstarken des Rubels. Es ist schwer zu sagen, ob die Talsohle erreicht worden ist“, sagte Kostin.

    Laut Expertin Anna Kokorewa (Devisenbroker Alpari) ist ein massiver Rückgang der Ölpreise nur unter zwei Voraussetzungen möglich – bei einem Rückgang der Nachfrage um 30 bis 35 Prozent und einem starken Anstieg der Ölförderung. Derzeit gebe es keine Anzeichen dafür, so die Expertin.

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