Widgets Magazine
23:10 22 September 2019
SNA Radio
    Arktis

    Aufrüsten in der Arktis: Russland stellt Radaranlage vor Alaska auf

    © Russian Defense Ministry
    Zeitungen
    Zum Kurzlink
    Russland erschließt Arktis (171)
    0 614
    Abonnieren

    Russland baut seine Militärinfrastruktur im Hohen Norden aus, schreibt die "Nesawissimaja Gaseta" in ihrer Freitagausgabe.

    Russland baut seine Militärinfrastruktur im Hohen Norden aus, schreibt die "Nesawissimaja Gaseta" in ihrer Freitagausgabe.

    Vor wenigen Tagen wurde auf der Wrangelinsel und dem Schmidtkap (nahe Alaska) eine große Radaranlage aufgestellt und ein Flugleitzentrum errichtet.

    Laut Quellen im Verteidigungsministerium sollen bis Ende dieses Jahres Marine- und Heereseinheiten in der Arktis stationiert werden, die der neuen Kommandostelle „Sewer“ („Nord“) unterstellt sind.

    Der Befehlshaber des Heeres, Generaloberst Oleg Saljukow, teilte vor kurzem mit, dass der neuen Gruppierung in der Arktis Kräfte verschiedener Waffengattungen angehören werden, die sich mit „zahlreichen Verteidigungsaufgaben“ befassen.

    Unter anderem geht es um die Bildung von zwei motorisierten Schützenbrigaden, von denen eine bereits im Gebiet Murmansk stationiert wurde und die andere im kommenden Jahr im Autonomen Bezirk der Jamal-Nenzen entstehen wird. Saljukow zufolge werden alle in der Arktis stationierten Truppen mit geländegängigen Verkehrsmitteln wie Raupentransporter, Schneemobile und Luftkissenschiffe ausgerüstet.

    Die jüngste Kommandostabsübung „Wostok-2014“ („Osten-2014“) lässt zudem vermuten, dass den neuen arktischen Verbänden Marine- und Luftlandeeinheiten angehören werden. Darüber berichtete Verteidigungsminister Sergej Schoigu in einer Beratung bei Präsident Wladimir Putin am 23. September. Nach seinen Worten sind auf der Wrangelinsel „erstmals taktische Luftlandetruppen eingetroffen.“ Ein ähnlicher Einsatz hatte zuvor auf Eisschollen vor dem Franz-Josef-Land stattgefunden. Derzeit verläuft in diesem Gebiet eine Übung unter Beteiligung des schweren Flugdeckkreuzers „Admiral Kusnezow“. In diesem Jahr fanden jeden Monat Manöver in der Arktis statt.

    Gleichzeitig wird die Militärinfrastruktur im Hohen Norden ausgebaut. Im vorigen Jahr wurde der alte Flugplatz Temp auf der Kotelny-Insel reaktiviert, auf dem Archipel Nowaja Semlja wurde eine Landebahn des Flugplatzes Rogatschowo modernisiert. Laut Minister Schoigu werden demnächst weitere Flugplätze in Betrieb genommen.

    Den Ausbau der Militärinfrastruktur im Hohen Norden begründet der Kreml mit dem großen „Konfliktpotenzial“ in dieser Region. „In der Arktis wurden große Vorkommen mit Energieträgern entdeckt. Deshalb ist der Aufbau von Militärstützpunkten eine Zwangsmaßnahme: Russland muss seine Interessen verteidigen“, sagte das korrespondierende Mitglied der Akademie der Militärwissenschaften Oberst Eduard Rodjukow. Die Aufstellung der neuen Radaranlage nahe der US-Küste sei „kein aggressives Vorgehen, sondern ein Abschreckungsfaktor, dank dem unser Land seine geopolitischen und wirtschaftlichen Aufgaben löst.“

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren
    Themen:
    Russland erschließt Arktis (171)