17:58 04 Juli 2020
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    OPEC rüstet sich für Preiskampf

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    Die Ölpreise sind weiter auf Talfahrt. Die Preise für die Ölsorte Brent und die US-Sorte WTI fielen auf ihre Tiefstände der vergangenen rund zwei Jahre bzw. letzten 17 Monate, schreibt die Zeitung „RBC Daily“ am Freitag.

    Die Ölpreise sind weiter auf Talfahrt. Die Preise für die Ölsorte Brent und die US-Sorte WTI fielen auf ihre Tiefstände der vergangenen rund zwei Jahre bzw. letzten 17 Monate, schreibt die Zeitung „RBC Daily“ am Freitag.

    Die Marktteilnehmer befürchten, dass die OPEC-Länder die Ölförderung nicht drosseln und stattdessen auf niedrige Preise spekulieren. Der russischen Wirtschaft drohen dadurch erhebliche Verluste.

    Der Preis für die Ölsorte Brent sank an der Londoner ICE Börse mit 92 Dollar auf den niedrigsten Stand der letzten 28 Monate. Später kletterte er etwas nach oben. Kurz davor sackte der Preis für WTI-Öl auf 90 US-Dollar ab.

    Der aktuelle Preisrückgang für Brent-Öl ist der längste seit 2008. Damals stürzte der Preis dieser Ölsorte innerhalb von fast sechs Monaten von 144,5 auf 38,4 US-Dollar ab. Eine ähnliche Abwärtsbewegung war im Frühjahr 2012 zu erkennen, als die Ölpreise innerhalb von etwas mehr als drei Monaten von 125,98 auf 90,98 Dollar fielen.

    Bereits Mitte Juni kostete das Brent-Öl rund 115 Dollar. Wie die „Financial Times“ betonte, ist auf dem Markt ein Überangebot wegen der Preissenkung für Öl aus Saudi Arabien und zu großen Angeboten der Lieferanten, darunter aus dem Irak und Libyen, zu erkennen.
    Nach „Financial Times“-Angaben verringerte Saudi-Arabien die Preise für Asien um 0,6 bis 1,2 Dollar, für die Mittelmeerländer um 0,8 bis 1 Dollar, für den Nordwesten Europas und die USA um 20 bis 40 Cent. Laut dem Commerzbank-Analysten Carsten Fritsch sieht es ganz so aus, als ob die OPEC-Länder sich für einen Preiskampf wappnen. „Anscheinend bereitet sich die OPEC auf einen Preiskampf vor. Deswegen ist keine Preisstabilisierung zu erwarten, bis dieser Eindruck verschwindet und die OPEC zu koordinierten Maßnahmen zur Senkung der Ölförderung zurückkehrt“, so der Experte.

    Der Ölpreis ist eine der wichtigsten makrowirtschaftlichen Kennzahlen für die russische Wirtschaft. Das russische Wirtschaftsministerium legte dem Finanzministerium am 24. September eine Prognose vor, die von einem Ölpreisrückgang von 91 US-Dollar ausging. In diesem Fall würde die russische Wirtschaft im kommenden Jahr um 0,6 Prozent schrumpfen. Die Preise würden sich um 7,6 Prozent verteuern. Der durchschnittliche Dollarkurs wird bei 40 Rubel liegen.

    Im September legte die russische Zentralbank einen Plan für die Geld- und Kreditpolitik für 2015 und 2016/2017 vor, der drei Szenarien enthält. Als wahrscheinlichstes Szenario gilt ein schrittweiser Ölpreisrückgang von 106,5 US-Dollar ab Anfang 2014 auf 102,5 Dollar im Jahr 2017. Später erstellte die Zentralbank zudem ein Stress-Szenario mit einem Ölpreisrückgang auf 60 US-Dollar.

    Wie Wirtschaftsminister Alexej Uljukajew jedoch betonte, ist das Szenario mit einem Ölpreis von 60 US-Dollar unrealistisch. Laut dem Chef des staatlichen Ölkonzerns Rosneft, Igor Setschin, wird der Ölpreis nicht unter die Marke von 90 US-Dollar fallen.

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