05:59 18 November 2019
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    Atomwaffen-Bestände: Russland zieht mit den USA gleich

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    Zum ersten Mal im 21. Jahrhundert hat Russland die USA bei der Zahl der Atomwaffenträger und der Sprengköpfe auf aufgestellten Raketen eingeholt. Das behauptet das US-Außenministerium nach dem jüngsten Informationsaustausch mit Russland über strategische Waffeb, schreibt die Zeitung "Wedomosti" am Freitag.

    Zum ersten Mal im 21. Jahrhundert hat Russland die USA bei der Zahl der Atomwaffenträger und der Sprengköpfe auf aufgestellten Raketen eingeholt. Das behauptet das US-Außenministerium nach dem jüngsten Informationsaustausch mit Russland über strategische Waffeb, schreibt die Zeitung "Wedomosti" am Freitag.

    Im START-3-Vertrag von 2011 hatten sich Moskau und Washington auf einen regelmäßigen Informationsaustausch über die Nuklearwaffenbestände geeinigt. Demnach werden separat entfaltete Atomwaffenträger (Atom-U-Boote mit ballistischen Raketen, strategische Bomber und bodengestützte ballistische Interkontinentalraketen), nichtentfaltete Träger (zum Beispiel Atom-U-Boote, die momentan keine Raketen tragen) sowie die Sprengköpfe auf entfalteten Trägern gezählt.

    Der Leiter des Projekts „Russische Atomrüstungen“, Pawel Podwig, führt den Anstieg der Zahl der entfalteten Sprengköpfe und Träger darauf zurück, dass die russischen Seestreitkräfte in den vergangen Jahren mit Atom-U-Booten des neuen Projekts 955 versorgt wurden, die mit neuen Raketen Bulawa mit mehreren Sprengköpfen bewaffnet sind. So trägt beispielsweise das Ende 2013 in Dienst gestellte U-Boot „Alexander Newski“ 16 Raketen mit jeweils sechs Sprengköpfen. Dabei gelte jede Rakete vertragsgemäß als Träger, so Podwig.

    Zudem werden die ballistischen Raketen Topol-M mit jeweils einem Sprengkopf durch neue Jars-Raketen mit jeweils drei Sprengköpfen ersetzt.

    Bis 2018, wenn die im START-3-Vertrag vorgesehenen Einschränkungen in Kraft treten, werden Russland und die USA ungefähr die gleiche Zahl von Atomwaffen haben, vermutete der Experte. In den 2000er-Jahren sei Russland unterlegen gewesen, weil es seine alten Raketen schneller als die Amerikaner ausmusterte. Die derzeitige formelle Parität sollte Podwig zufolge nicht überbewertet werden, denn der START-3-Vertrag ist so formuliert, dass beispielsweise zu reparierende Atom-U-Boote, aus denen die Raketen ausgeladen werden, als nichtentfaltet gelten.

    Zudem gebe es einen weiteren Faktor, äußerte der Experte weiter. Die russischen Topol-M-Raketen seien zuletzt weniger intensiv als zuvor entsorgt worden, doch bis 2018 werde dieser Vorgang abgeschlossen. Danach würden die USA wieder mehr Atomwaffen als Russland haben.

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