07:48 14 November 2018
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    Russland plant großen Luftwaffenstützpunkt in Weißrussland

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    2016 soll im weißrussischen Bobrujsk ein Stützpunkt der russischen Luftstreitkräfte entstehen, schreibt die „Nesawissimaja Gaseta“ am Donnerstag.

    2016 soll im weißrussischen Bobrujsk ein Stützpunkt der russischen Luftstreitkräfte entstehen, schreibt die „Nesawissimaja Gaseta“ am Donnerstag.

    Wie der Oberkommandeur der russischen Luftstreitkräfte Viktor Bondarew am Mittwoch mitteilte, sollen Kampfjets Su-27 in Bobrujsk stationiert werden.

    Der russische Verteidigungsminister Sergej Schoigu hatte bereits bei seinem Besuch in Minsk im April vergangenen Jahres die Einrichtung eines Luftwaffenstützpunktes in Weißrussland angekündigt. Zunächst sollte der Militärstützpunkt in Lida im Westen Weißrusslands eingerichtet werden. Kurze Zeit später entschied man sich für Baranowitschi (ebenfalls im Westen Weißrusslands), wo der neue Luftwaffenstützpunkt bereits 2015 in Betrieb genommen werden sollte. Jetzt entschloss man sich, nach Bobrujsk (Gebiet Mogiljow) umzuziehen.

    Seit Dezember 2013 sind vier Su-27SM3-Kampfjets der russischen Luftstreitkräfte in Baranowitschi stationiert. Wegen dem geplanten Ausbau der Nato-Infrastruktur in Polen und im Baltikum werden die russischen Militärflugzeuge in Baranowitschi weiter im Dienst stehen. Bobrujsk soll offenbar zum Hauptstützpunkt der russischen Luftwaffe in Weißrussland umgewandelt werden.

    Wie der weißrussische Experte Pawel Mintschenko sagte, waren bis 1993 Tu-22M3-Langstreckenbomber der sowjetischen Luftwaffe in Bobrujsk stationiert. Nach dem Zerfall der Sowjetunion wurde diese Einheit nach Russland verlegt. Der Flugplatz wurde nicht mehr genutzt. Das weißrussische Militär sorgte dafür, dass der Flugplatz weiterhin funktionsfähig ist. Vor sechs Monaten kamen russische Experten hinzu.

    Der Militärflugplatz in Bobrujsk wurde bereits im März genutzt, als die Bereitschaft des gemeinsamen Raketenabwehrsystems mit Weißrussland geprüft wurde. Nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums wurden sechs russische SU-27-Kampfjets und drei Militärtransportflugzeuge dorthin verlegt.

    Der Luftstützpunkt soll 2016 in Betrieb genommen werden. Der Stützpunkt in Bobrujsk ist zwar weiter von der Grenze zu Polen und Litauen als der in Baranowitschi entfernt, befindet sich jedoch näher zur Ukraine. Quellen im russischen Verteidigungsministerium wiesen einen Zusammenhang mit der Ukraine-Krise allerdings zurück.

    Der weißrussische Präsident Alexander Lukaschenko unterstütze Moskau nicht bei allen Fragen zur Ukraine-Krise, so der Militärexperte Wladimir Popow. Er habe den Krim-Beitritt zu Russland und die selbsternannte Unabhängigkeit der Volksrepubliken Donezk und Lugansk nicht anerkannt. Wegen Lukaschenkos Haltung wurde bereits über eine Abkühlung der Beziehungen zwischen Moskau und Minsk und eine Aussetzung der Militärkooperation spekuliert. Doch wie man sehe, sei es dazu nicht gekommen, so der Experte.

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