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05:28 18 Oktober 2019
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    Schotten werben für Abspaltung von London

    Schottland-Referendum beflügelt Separatisten in Europa

    © Sputnik / Alexei Filippov
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    Trotz der gescheiterten Volksabstimmung über die Unabhängigkeit Schottlands fühlen sich die Separatisten in Europa im Aufwind, schreibt die Zeitung „Kommersant“ am Mittwoch.

    Trotz der gescheiterten Volksabstimmung über die Unabhängigkeit Schottlands fühlen sich die Separatisten in Europa im Aufwind, schreibt die Zeitung „Kommersant“ am Mittwoch.

    „Der Zerfall Großbritanniens hätte mir die Seele zerbrochen. Nicht nur mir, sondern auch vielen Menschen in unserem Land und in der ganzen Welt“, sagte der britische Premier David Cameron unmittelbar nach der Bekanntgabe der Ergebnisse des Referendums.

    Einen Tag nach dem Volksentscheid erklärte der schottische Premier Alex Salmond seinen Rücktritt. Der Grund für seine Entscheidung ist klar. Die schottischen Separatisten hatten die einmalige Chance, die langersehnte Unabhängigkeit zu bekommen, nicht genutzt.

    London muss jetzt Zugeständnisse an die Schotten machen. Schottland bekommt größere Vollmachten in seiner Sozial- und Steuerpolitik.
    Die Abstimmung in Schottland wirkt sich nicht nur auf Großbritannien, sondern auch auf andere europäische Länder aus. „Selbstbestimmung ist möglich, die Lawine rollt los“, hieß es in der Freiheitspartei Südtirols, die sich für eine Abspaltung von Italien einsetzt. Auch andere italienische Regionen wie Padanien und Venetien streben nach Unabhängigkeit.

    Die Bayernpartei, die für die Unabhängigkeit des reichsten Bundeslandes in Deutschland kämpft, erklärte nach dem Referendum in Schottland: „Ein Gespenst geht um in Europa – das Gespenst … nein, nicht des Kommunismus. Es ist das Gespenst der Freiheit, das Gespenst der Selbstbestimmung.“

    Ähnliche Aufrufe sind in Frankreich (Korsika, Bretagne), in Belgien (Flandern) und auf Madeira in Portugal zu hören.

    Vor allem Spanien rückt zunehmend in den Fokus. Separatistische Stimmungen werden hauptsächlich mit dem Baskenland in Verbindung gebracht. Nach vielen Anschlägen erklärte die  radikal-nationalistische Gruppe ETA im Jahr 2011 das Ende des bewaffneten Kampfes. Nach der Volksabstimmung in Schottland sehen die separatistischen Basken einen günstigen Zeitpunkt für ihre Selbstbestimmung gekommen. ETA zufolge handelt es sich um einen friedlichen Verhandlungsprozess, allerdings wird eingeräumt, dass diese Position nicht von allen geteilt wird. Ende September sprengten Unbekannte drei Busse in die Luft.

    Auch in Katalonien brodelt es, aber gewaltlos. Kataloniens Ministerpräsident Artur Mas hat von Madrid keine Erlaubnis für ein Unabhängigkeitsreferendum erhalten. Im Unterschied zu  Schottland hätte der Volksentscheid in Katalonien keine rechtlich bindende Kraft gehabt.

    Dennoch hält Katalonien an seiner Idee fest, ein Referendum abzuhalten. Am vergangenen Sonntag demonstrierten Tausende Katalanen für die Unabhängigkeit.

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