10:40 18 August 2017
SNA Radio
    Internationale Raumstation ISS

    Zukunft der ISS: Russischer Raumfahrtchef zu Gesprächen in Paris erwartet

    © NASA.
    Zeitungen
    Zum Kurzlink
    Russisches Raumfahrtprogramm (250)
    0 4321

    Der Chef der russischen Raumfahrtbehörde Roskosmos, Oleg Ostapenko, wird nächste Woche in Paris mit seinen Kollegen aus der ESA und NASA über die Zukunft der Internationalen Raumstation (ISS) sprechen, schreibt die Zeitung "Kommersant" am Montag.

    Der Chef der russischen Raumfahrtbehörde Roskosmos, Oleg Ostapenko, wird nächste Woche in Paris mit seinen Kollegen aus der ESA und NASA über die Zukunft der Internationalen Raumstation (ISS) sprechen, schreibt die Zeitung "Kommersant" am Montag.

    Laut Quellen werden die Perspektiven des Betriebs und der Finanzierung der Raumstation im Mittelpunkt des Treffens stehen.

    Seit Mai mehren sich die Spekulationen um den Fortbestand der ISS, nachdem sich die russisch-amerikanischen Beziehungen wegen der Ukraine-Krise angespannt haben. Damals sagte der für die Rüstungsindustrie und Weltraumforschung zuständige russische Vizepremier Dmitri Rogosin, Moskau würde sich am ISS-Betrieb bis 2024 nicht beteiligen, wie Washington es vorschlägt. „Wir brauchen die Raumstation nur bis 2020“, betonte er. Die für bemannte Raumflüge bestimmten Finanzmittel sollen in andere Raumfahrtprojekte fließen.

    Roskosmos spielt offenbar auf Zeit: Die russische Raumfahrtbehörde hält die Vereinbarungen zwar ein, gibt der NASA jedoch keine klare Antwort bezüglich des künftigen Betriebs der Raumstation. Das sei „keine Frage einer einzelnen Gesprächsrunde“, so ein Insider. „Wir müssen eine ausgewogene Entscheidung treffen und haben es nicht eilig.“

    Das ISS-Projekt ist sehr kostspielig: Experten schätzen die Betriebskosten auf etwa sechs Milliarden Dollar jährlich. Den größten Teil der Ausgaben übernehmen die USA (nahezu drei Milliarden Dollar im Jahr 2013). Die japanische Raumfahrtbehörde JAXA zahlte mehr als eine Milliarde Dollar, die ESA und Roskosmos jeweils eine Milliarde Dollar. Rogosin kritisierte die Rentabilität der ISS: „Auf die ISS entfallen mehr als 30 Prozent des gesamten Roskosmos-Budgets, wobei wir kaum etwas davon zurückbekommen.“ Russlands Weltraumforschungsprogramm für die Jahre 2016 bis 2025 sieht für die Entwicklung bzw. den Betrieb der ISS 321 Milliarden Rubel (umgerechnet etwa sechs Milliarden Euro nach dem aktuellen Wechselkurs) vor.

    Die Perspektiven der Kooperation auf der ISS hätten auf der Tagesordnung des 65. Internationalen Raumfahrtkongresses Ende September bzw. Anfang Oktober in Toronto stehen sollen, aber das kanadische Außenministerium verweigerte den meisten Mitgliedern der russischen Delegation Einreisevisa.

    Nun hat sich die Situation gewandelt: ESA-Chef Jean-Jacques Dordain hat seinen russischen Kollegen zum Gespräch nach Paris eingeladen.

    Themen:
    Russisches Raumfahrtprogramm (250)
    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren