10:57 24 August 2017
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    Neue Währungspolitik: Ukraine vergrault Unternehmen

    vimart
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    Kiew will die Nationalwährung mit drastischen Maßnahmen stabilisieren, schreibt die „Nesawissimaja Gaseta“ am Montag.

    Kiew will die Nationalwährung mit drastischen Maßnahmen stabilisieren, schreibt die „Nesawissimaja Gaseta“ am Montag.

    Ende September traten die währungspolitischen Neuerungen der ukrainischen Nationalbank in Kraft. Demnach sollen nach Möglichkeit alle Devisen, die einmal im Land sind, nicht mehr abfließen dürfen, berichtete „Die Welt“. Laut den neuen Richtlinien werden alle Deviseneingänge ohne Zustimmung des Kunden in Höhe von 75 Prozent durch die Bank zwangskonvertiert, was Spesen und Kursverluste mit sich bringe, so „Die Welt“.

    Damit habe die Ukraine den westlichen Unternehmen, die noch im Land arbeiten, den Zugriff zu ihrem rechtmäßig erwirtschafteten Geld verwehrt, berichtet die Zeitung. „Während sich der Westen mit Russland wegen der Ukraine-Krise in einer destruktiven Sanktionsspirale wiederfindet, wird er absurderweise von der Ukraine abgestraft, obwohl er sich auf deren Seite geschlagen hat.“

    Laut Wilfried Serles, Geschäftsführer der Steuerprüfungs- und- Wirtschaftsprüfungsfirma Interbilanz in Kiew, untergraben diese Maßnahmen den  „kaufmännischen Umfang“ und verstoßen gegen die Abkommen über gegenseitigen Investitionsschutz mit der Ukraine.

    Diese Meinung wird auch vom deutschen Wirtschaftsexperten Alexander Markus geteilt. „Deutsche Firmen haben große Geduld aufgebracht, aber die Nationalbank-Regelungen bringen das Fass zum Überlaufen“, so der Experte.

    Die Griwna habe seit Jahresbeginn mehr als die Hälfte ihres Wertes verloren. Deutschlands Exporte in die Ukraine sind in der ersten Jahreshälfte um 32 Prozent eingebrochen. In der Ukraine seien etwa 4000 deutsche Unternehmen tätig. Einige Unternehmen hätten bereits angedroht, dass sie den ukrainischen Markt endgültig aufgeben könnten, so „Die Welt“.

    Einige russische Experten halten die Devisenbeschränkungen in der Ukraine für gerechtfertigt. „Angesichts der schweren Wirtschaftslage im Lande und der aufgebrauchten Reserven unternimmt die Nationalbank logische Schritte. Das Land steht am Rande eines Finanzkollapses und kann den Verlust der Devisenpufferzone nicht zulassen“, so die Alpari-Analystin Anna Kokorewa.

    Wie jedoch der Experte von FIBO Group Wassili Jakimkin betonte,  hätte die Ukraine bei ausländischen Unternehmen anders vorgehen können. Die Schritte der ukrainischen Zentralbank zur Beschränkung des Devisenhandels und ausländischer Investitionen könnte ausländische Unternehmer dazu bewegen, vom Ukraine-Geschäft Abstand zu nehmen.

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