14:16 14 Dezember 2019
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    Enthüllung aus dem Archiv: 1000 Nazis im Sold der US-Geheimdienste

    © Foto : Central Intelligence Agency
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    Der CIA und andere US-Geheimdienste haben nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs mehr als 1000 Nazis als Kollaborateure, Spione und Informanten im Wettstreit gegen die Sowjetunion eingesetzt und sie danach in den USA versteckt, schreibt die „Rossijskaja Gaseta“ am Dienstag.

    Der CIA und andere US-Geheimdienste haben nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs mehr als 1000 Nazis als Kollaborateure, Spione und Informanten im Wettstreit gegen die Sowjetunion eingesetzt und sie danach in den USA versteckt, schreibt die „Rossijskaja Gaseta“ am Dienstag.

    Wie die „New York Times“ unter Berufung auf kürzlich freigegebene Archivdokumente berichtete, warben die US-amerikanischen Rechtsschutzbehörden, das FBI und die CIA die ehemaligen Nazis vor allem in den 1950er-Jahren im Kampf gegen die Sowjetunion an. Der damalige FBI-Chef J. Edgar Hoover und sein CIA-Kollege Allen Dulles hatten offenbar kein Problem damit, Nazis in ihren Reihen aufzunehmen. Ihnen waren die neuen Agenten im Kampf gegen die Sowjetunion offenbar so wertvoll, dass moralische Bedenken beiseite geschoben wurden.

    Laut einem Archivdokument stand auch der ehemalige SS-Offizier Otto von Bolschwing auf der Gehaltsliste der US-Geheimdienste. Zuvor hatte er Adolf Eichmann, der bei der Gestapo für Juden-Vernichtung zuständig war, als Mitarbeiter gedient. Bereits ein Jahr nach Kriegsende fand der ehemalige SS-Offizier einen neuen Job bei der CIA in Europa. 1954 konnte er „als Belohnung für seine loyalen Dienste“ mit seiner Familie nach New York übersiedeln.

    Unter dem Druck der jüdischen Lobby begannen die US-Behörden 1979 mit der Verfolgung von ehemaligen Nazis. Im US-Justizministerium wurde eine Sonderabteilung zum Aufspüren von ehemaligen Nazis geschaffen. In den 1980er-Jahren musste von Bolschwing seinen US-Pass zurückgeben und das Land verlassen.

    Der Nazi-Kollaborateur Alexandras Lileikis, der für den Tod von vielen Juden in Litauen mitverantwortlich gemacht wurde, wurde 1952 von der CIA angeheuert. Der Agent arbeitete für ein Jahresgehalt von 1700 Dollar und zwei Stangen Zigaretten im Monat. Nach vier Jahren Dienst durfte er in die USA einreisen. Als das Justizministerium ihn 1994 ausweisen wollte, wollte die CIA eine entsprechende Untersuchung verhindern. Dennoch musste auch er die USA verlassen.

    „Laut den Dokumenten waren für die USA mehr als 1000 Nazis tätig. Doch die wirkliche Zahl kann deutlich höher sein“, schreibt die „New York Times“. Eine präzisere Einschätzung werde dadurch erschwert, dass viele Dokumente bis heute geheim gehalten werden.

    Laut den Archivdokumenten hatten die früheren Nazis als US-Agenten verschiedene Aufgaben. Auf einem Militärstützpunkt in Maryland wurde den ehemaligen Nazis beigebracht, wie man als Freischärler kämpft – für den Fall einer militärischen Intervention der Sowjetunion. Im US-Bundesstaat Connecticut gab es eine Gruppe von ehemaligen Wachsoldaten der Wehrmacht, die für die Entschlüsselung von Symbolen auf sowjetischen Postmarken zuständig waren. Im US-Bundesstaat Virginia gab es einen ehemaligen Berater Hitlers, der die Beziehungen zur Sowjetunion analysierte.

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