19:17 16 Juni 2019
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    Ukraine-Konflikt belastet Verhältnis zwischen Polen und Russland

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    Entwicklung in Ostukraine (2318)
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    Die Ereignisse der letzten Monate in der Ukraine belasten die russisch-polnischen Beziehungen, schreibt die Zeitung "Nowyje Iswestija" am Mittwoch.

    Die Ereignisse der letzten Monate in der Ukraine belasten die russisch-polnischen Beziehungen, schreibt die Zeitung "Nowyje Iswestija" am Mittwoch.

    Am Montag kündigte der polnische Verteidigungsminister Tomasz Siemoniak an, dass in den kommenden drei Jahren Tausende Soldaten „wegen des andauernden Ukraine-Konflikts“ an die östliche Grenze verlegt werden. Das würde eine Verdreifachung des polnischen Truppenkontingents im Osten des Landes bedeuten.

    Für großen Wirbel sorgt zudem die Festnahme von zwei Polen, die für Russland spioniert haben. Einer von ihnen ist der Mitarbeiter des Verteidigungsministeriums Zbigniew Jedlinski, der für die Beschaffung von Militärausrüstung und Computersystemen zuständig war. Der zweite ist der 33-jährige Jurist Stalislaw Szypowski, der bei einer Firma in Warschau angestellt war.

    Sein Vater, der sowjetische Fußballer Sergej Schipowski (bzw. Szypowski), war 1991 nach Polen gekommen. 2013 erhielt Stanislaw Szypowski die polnische Staatsbürgerschaft und arbeitete als Journalist für die linksintellektuelle Zeitschrift „Krytyka Polizyczna“. Er schrieb vor allem über das Thema russisch-polnische Beziehungen. Polens Geheimdienste fanden sein Interesse für die Fragen der Energiesicherheit verdächtig, darunter für die Diversifizierung der Öl- und Gaslieferungen und für den Bau eines Flüssiggas-Terminals in Swinoujscie. Unter anderem soll er keine einzige Sitzung der Wirtschaftskommission im polnischen Parlament versäumt haben.

    Darüber hinaus hat das polnische Außenministerium dem russischen Journalisten Leonid Swiridow, der für die Nachrichtenagentur Rossiya Segodnya arbeitet, die Akkreditierung entzogen. Zuvor hatte die Agentur für innere Sicherheit (ABW) das Außenministerium über Swiridows rechtswidrige Aktivitäten benachrichtigt. Jetzt wird er wahrscheinlich aus Polen ausgewiesen.

    Zuvor war er Korrespondent der Russischen staatlichen Fernseh- und Rundfunkgesellschaft in Weißrussland gewesen, das er aber verlassen musste. (Er war der erste Reporter, der unter Präsident Alexander Lukaschenko aus dem Land ausgewiesen wurde.) Später war er Korrespondent der Nachrichtenagentur RIA Novosti in Prag. Danach zog er nach Polen und beobachtete von dort die Ereignisse in Tschechien. Im Herbst 2005 wurde seine Akkreditierung in Tschechien nicht verlängert, dann doch verlängert, um aber wieder annulliert zu werden. Das russische Außenamt verweigerte im Gegenzug die Verlängerung der Akkreditierung eines tschechischen Journalisten.

    Die tschechische Zeitung „Mlada fronta Dnes“ beschuldigte Swiridow der Spionage. Er zog gegen die Zeitung vor Gericht.

    Da die Agentur für innere Sicherheit den Entzug seiner Akkreditierung initiiert hatte, ist dieser Schritt vermutlich mit der jüngsten Spionageaffäre verbunden. „Ich weiß nicht, warum ausgerechnet ich ins Visier geraten bin“, sagte der Journalist der "Nowyje Iswestija". „Wahrscheinlich hat das mit der allgemeinen antirussischen Hysterie zu tun: Krim, Ukraine, Moskau, Putin und der Spionageskandal. Es wird nach Spionen gesucht, die es hier gar nicht gibt, denn Polen ist uninteressant für ausländische Geheimdienste“, betonte der Reporter.

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