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    Ukraine: Was wird aus den freiwilligen Kämpfern?

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    Die Kontrolle über die ukrainischen „friedensstiftenden“ Kampfeinheiten spielt eine wichtige Rolle bei den Koalitionsverhandlungen in der Ukraine, schreibt die Zeitung "RBC Daily" am Mittwoch.

    Die Kontrolle über die ukrainischen „friedensstiftenden“ Kampfeinheiten spielt eine wichtige Rolle bei den Koalitionsverhandlungen in der Ukraine, schreibt die Zeitung "RBC Daily" am Mittwoch.

    Verteidigungsminister Stepan Poltorak sagte in einem Interview für den Fernsehsender ICTV, dass die Freiwilligen-Bataillone, die unter dem Kommando des Innenministeriums und der Nationalgarde stehen, „reformiert und neu unterstellt werden“ sollten. „Wir brauchen ihre Hilfe, aber sie sollen ihren Dienst als Bestandteile der regulären Armee leisten“, betonte er. Sie haben „eine wichtige Rolle gespielt“, und die Soldaten aus diesen Bataillonen seien „Helden“. Aber ihre Aufnahme in die regulären Streitkräfte „würde es uns erlauben, unsere Aktivitäten besser zu koordinieren“, sagte der Minister.

    Über den Status der Friedensbataillone wird bereits seit etlichen Tagen heftig diskutiert. Die Wochenzeitung „Serkalo nedeli“ hatte in der vorigen Woche berichtet, Präsident Pjotr Poroschenko wolle die freiwilligen Kämpfer der Armee unterstellen. In einer Sitzung des Nationalen Sicherheits- und Verteidigungsrats am 4. November soll Poroschenko die freiwilligen Kämpfer als innenpolitische Gefahr bezeichnet haben.

    Der Kommandeur des „Donbass“-Bataillons, Semjon Semjontschenko, sagte am Montag in einem Interview für die Webseite Gordon.ua, nur „korrupte Beamte und Personen, die einen Verrat an unserem Land planen“, sollten Angst vor den freiwilligen Kämpfern haben. Diese Bataillone seien „die militärische Kraft des Maidans“ und stemmten sich „gegen das Clans- und Oligarchen-System“ in der Ukraine.

    Der ukrainische Politologe Oleg Soskin vermutet jedoch, dass die freiwilligen Kampfeinheiten „den jetzigen Machthabern den Rücken kehren“ könnten, sollten diese „die Ideale der Februar-Revolution verraten.“

    Dem Verteidigungsministerium sind nur 44 Bataillone untergeordnet. Die schlagkräftigsten Einheiten stehen unter dem Befehl des Innenministeriums und der Nationalgarde, darunter die Spezialeinheiten Asow, Dnepr-1 und Donbass.

    Das Innenministerium leitet Arsen Awakow, der bekanntlich auf der Seite von Premier Arsseni Jazenjuk steht. Von ihm stammte die Idee zum Aufbau der Freiwilligen-Einheiten. Laut ukrainischen Medienberichten besteht Präsident Poroschenko bei den Koalitionsverhandlungen (die bis 15. November beendet werden sollen) auf Awakows Entlassung. Derzeit ist aber die Unterstützung durch die Freiwilligen-Bataillone ein wichtiges Argument bei der Verteilung der Ministerposten im neuen Kabinett.

    Die Kommandeure der freiwilligen Kampfeinheiten spielen eine zunehmend wichtigere Rolle im politischen Leben der Ukraine. 16 von ihnen wurden in die neue Oberste Rada (Parlament) gewählt. Neun von ihnen gehören der Volksfront von Premier Jazenjuk an. Einer von ihnen, der Kommandeur von Dnepr-1, Juri Berjosa, kündigte bereits die Bildung eines fraktionsübergreifenden Bündnisses an. Andere Kommandeure haben seine Initiative bereits befürwortet.

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