17:34 21 Oktober 2018
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    Truppenverband auf der Halbinsel Krim

    Russland verstärkt Militärpräsenz auf Krim

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    Die Zukunftsentscheidung auf der Krim (420)
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    Russlands Verteidigungsminister Sergej Schoigu forciert den Aufbau eines vollwertigen Truppenverbandes auf der Halbinsel Krim, schreibt die Zeitung „RBC“ am Donnerstag.

    Russlands Verteidigungsminister Sergej Schoigu forciert den Aufbau eines vollwertigen Truppenverbandes auf der Halbinsel Krim, schreibt die Zeitung „RBC“ am Donnerstag.

    Seit dem Krim-Beitritt zu Russland wurden bereits eine neue Brigade, ein Bataillon des Küstenschutzes und ein Artillerieregiment auf der Halbinsel stationiert. Zudem entstehen gerade zwei neue Armeesiedlungen. Experten zufolge handelt es sich bei der Verstärkung des Truppenverbandes auf der Krim um ein politisches Signal.

    „Die militärpolitische Lage im Südwesten wird aus strategischer Sicht angespannt bleiben. Das hängt in vielerlei Hinsicht mit der Situation in der Ukraine, der Nato-Stimmungsmache gegen Russland und der Verstärkung ihrer Militärpräsenz in unmittelbarer Nähe zu den russischen Grenzen zusammen“, sagte Verteidigungsminister Schoigu am Dienstag.

    Schoigu zufolge müssen die Truppen im Süden Russlands in ständiger Einsatzbereitschaft gehalten werden, um die Sicherheit des Landes und seiner Verbündeten in „südwestlicher Richtung“ zu gewährleisten.

    Am 16. September hatte Schoigu erstmals den Aufbau eines vollwertigen Truppenverbandes auf der Krim bekannt gegeben. Die Brennstoff-Versorgung der Kasernen auf der Krim ist im Vergleich zu den vergangenen Jahren um das 2,5-fache gestiegen. Die Zeitung „Wedomosti“ berichtete in der vergangenen Woche, dass rund 125 Millionen Euro für die Ausstattung der Armeesiedlungen für die 126. Küstenschutz-Brigade und das 8. Artillerieregiment der Schwarzmeerflotte bereitgestellt wurden.

    Neben diesen Einheiten entstand in Feodossija das 501. Marineinfanterie-Bataillon. Anfang November wurde der Aufbau einer Gebirgsjägereinheit der Schwarzmeerflotte abgeschlossen.

    Im September und Oktober hielt die 810. Marineinfanterie-Brigade ein zweimonatiges Manöver vor Feodossija ab. An der Übung nahmen eine Haubitzen-Einheit, ein Luftsturmbataillon, eine Versorgungseinheit, eine Minenwerfer-Einheit, eine Ingenieur-Luftlande-Kompanie, eine Kommunikationskompanie und eine medizinische Abteilung teil – insgesamt rund 600 Soldaten und mehr als 150 Einheiten Waffen und Technik.

    Darüber hinaus sind auf der Krim das 1096. Flugabwehrregiment, einige Luftabwehreinheiten, Ingenieur-Einheiten und Verbände für den radioaktiven, chemischen- und biologischen Schutz stationiert.

    Der Nato-Oberkommandierende in Europa, US-General Philip Breedlove, teilte am Dienstag erneut mit, dass atomwaffenfähige Raketen auf der Krim stationiert worden seien. Allerdings räumte er ein, keine Informationen über den Aufbau eines Atomwaffenarsenals auf der Halbinsel zu haben. Das russische Verteidigungsministerium gibt keine Einzelheiten zum Aufbau des Truppenverbandes auf der Krim bekannt.

    Laut dem Militärexperten Alexander Golz handelt es sich bei den Erklärungen zum Aufbau eines vollwertigen Truppenverbandes auf der Krim um ein politisches Signal. Die militärische Bedeutung der Halbinsel sei jedoch zweifelhaft. Niemand würde wegen der Krim einen Dritten Weltkrieg entfesseln. Die Ukraine sei aber angesichts ihrer geografischen Lage nicht imstande, selbstständig eine Bodenoffensive auf der Halbinsel durchzuführen.

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