18:58 20 November 2019
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    Russland will Ölförderung drosseln

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    Zwei Tage vor dem OPEC-Gipfel in Wien hat es Russland nicht geschafft, Saudi-Arabien wenigstens zu einer symbolischen Senkung der Förderquote zu bewegen, schreibt die Zeitung „Kommersant“ am Mittwoch.

    Zwei Tage vor dem OPEC-Gipfel in Wien hat es Russland nicht geschafft, Saudi-Arabien wenigstens zu einer symbolischen Senkung der Förderquote zu bewegen, schreibt die Zeitung „Kommersant“ am Mittwoch.

    Nach den Gesprächen unter Teilnahme von Vertretern Venezuelas und Mexikos gab es nur allgemeine Erklärungen über die Notwendigkeit weiterer Kontakte. Rosneft-Chef Igor Setschin räumte erstmals ein, dass die Fördermenge des russischen staatlichen Ölkonzerns bereits um 1,2 Millionen Tonnen pro Jahr reduziert worden sei und Maßnahmen zur weiteren Senkung unabhängig von der OPEC erwogen würden.

    Vertreter Russlands, Saudi-Arabiens, Mexikos und Venezuelas wollten in Wien darüber beraten, wie der derzeit niedrige Ölpreis nach oben getrieben werden könnte. Allerdings wurden keine konkreten Ergebnisse erreicht. Venezuelas Außenministers Rafael Ramirez hatte die Zusammenkunft organisiert. Ihm zufolge sind sich alle zwar darin einig, dass die aktuellen Ölpreise nicht zufriedenstellend sind, doch eine Senkung der Fördermenge wurde nicht vereinbart. Der Leiter der russischen Delegation, Energieminister Alexander Nowak, teilte mit, dass der jetzige Preis von 80 US-Dollar keine dringenden Maßnahmen erfordere. Nach Angaben des venezolanischen Außenministers ist das nächste Treffen in drei Monaten vorgesehen. „Wichtig ist, dass wir miteinander sprechen“, so Ramirez. Nach dem Treffen sank der Ölpreis der Marke Brent um ein Prozent auf 79 Dollar.

    Laut Branchenexperten will Venezuela die ohnehin rückläufige Fördermenge nicht senken. Auch die Fördermenge Mexikos geht seit zehn Jahren kontinuierlich zurück. Entscheidend sind jedoch die Förderpläne Saudi-Arabiens. Die Saudis zögern aus Angst um ihren Marktanteil jedoch mit einer Entscheidung.

    Nach „Kommersant“-Angaben war Moskau vor dem Treffen in Wien bereit, die Fördermenge um rund 15 Millionen Tonnen pro Jahr zu senken, wenn Saudi-Arabien die Senkung der OPEC-Quote um 1,5 Millionen Barrel pro Tag sichert. Wie Rosneft-Chef Setschin betonte, hat sein Ölkonzern die Fördermenge  bereits um 25.000 Barrel (rund 1,25 Millionen Tonnen im Jahresausdruck) pro Tag gesenkt. Ihm zufolge ist das jetzige Preisniveau noch nicht kritisch.

    Laut Waleri Nesterow von Sberbank Investment Research sind nur die OPEC-Länder in der Lage, die Ölpreise zu beeinflussen. Selbst wenn der Ölpreis noch nicht kritisch sei, könne er die Pläne der Ölförderer wie Rosneft beeinflussen. Die Umsetzung vieler Förderprojekte müsste in diesem Fall verschoben werden.

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