09:09 16 Dezember 2019
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    Immer mehr Ukrainer fordern gewaltsame Zurückeroberung der Donbass-Region

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    Immer mehr Ukrainer befürworten eine Wiederaufnahme der Kriegshandlungen im Osten des Landes, um die Donbass-Region endgültig zu unterwerfen, schreibt die Zeitung "Wedomosti" am Mittwoch.

    Immer mehr Ukrainer befürworten eine Wiederaufnahme der Kriegshandlungen im Osten des Landes, um die Donbass-Region endgültig zu unterwerfen, schreibt die Zeitung "Wedomosti" am Mittwoch.

    Eine erzwungene Einverleibung des Donezbeckens (Donbass) würden laut einer Studie des Umfrage-Instituts „Rating“ 36 Prozent der Ukrainer begrüßen. Im Oktober hatte diese Zahl bei 24 Prozent gelegen.

    Besonders aggressiv sind die Wähler der Koalitionsparteien in der neu gewählten Obersten Rada (Parlament). Unter den Anhängern des Poroschenko-Blocks und der Volksfront von Premier Arsseni Jazenjuk liegt diese Zahl bei 47 Prozent. Zudem hätten 41 Prozent der Wähler der relativ gemäßigten Vaterlandspartei (Batkiwschtschina) von Ex-Ministerpräsidentin Julia Timoschenko nichts gegen die Militäraktionen im Osten.

    Aus geografischer Sicht sind die Einwohner der West- und der Nordukraine (54 beziehungsweise 46 Prozent dafür) besonders aggressiv eingestellt. In der Mitte, im Osten und im Süden des Landes äußerten sich 40, 31 beziehungsweise 30 Prozent der Befragten für eine erzwungene Unterjochung des Donezbeckens. In der Donbass-Region wollen acht Prozent der Befragten der Ukraine angehören. Lediglich 16 Prozent (wesentlich weniger als die Führung der selbsternannten Volksrepubliken Donezk und Lugansk behauptet) fordern die Unabhängigkeit. Die meisten der dort lebenden Menschen (32 Prozent) sprachen sich für einen Sonderstatus dieser Gebiete aus, allerdings als Bestandteil der Ukraine. 23 Prozent wollen zusätzliche Vollmachten im wirtschaftlichen und humanitären Bereich.

    Laut „Rating“-Meinungsforscher Alexej Antichowitsch wurde die Umfrage nicht nur in den von Kiew kontrollierten Teilen der Donbass-Region, sondern auch in Donezk und in anderen Großstädten durchgeführt.

    Zudem führte der Soziologe an, dass immer weniger Ukrainer an die Unterzeichnung eines Friedensabkommens mit den selbsternannten Volksrepubliken glauben: Diese Zahl sei seit Oktober von 53 auf 43 Prozent geschrumpft. Gleichzeitig lehnen zunehmend mehr Ukrainer (44 gegenüber 33 Prozent im Vormonat) ein solches Abkommen ab.

    Im außenpolitischen Bereich wollen die meisten Ukrainer eine Annäherung an den Westen. 64 Prozent (gegenüber 61 Prozent im Juli und 55 Prozent im April) plädieren für den EU-Beitritt ihres Landes. Der Anteil der Ukrainer, die einen Beitritt zur Zollunion mit Russland, Weißrussland und Kasachstan befürworten, ist von 24 auf 17 Prozent zurückgegangen. Zum ersten Mal in der Geschichte wollen mehr als die Hälfte (51 Prozent) der Ukrainer, dass sich ihr Land der Nato anschließt, ergänzte Antichowitsch. Im April und Juli habe diese Zahl bei 40 bzw. 44 Prozent gelegen.

    Der Leiter des dem Kreml nahestehenden Zentrums für politische Konjunktur, Alexej Tschesnakow, verwies darauf, dass etwa nur ein Drittel der befragten Ukrainer eine gewaltsame Lösung des Konflikts im Donezbecken wünsche. „Einerseits rasselt die ukrainische Führung mit dem Säbel. Andererseits muss sie aufzeigen, dass nicht einmal die Hälfte der Bevölkerung die Kriegshandlungen in den Volksrepubliken Donezk und Lugansk unterstützt. Das ist die übliche Taktik (Kiews)“, so der russische Politologe.

    Sein ukrainischer Kollege Antichowitsch räumte ein, dass „die absolute Mehrheit der Ukrainer Frieden in der Donbass-Region wollen“. Aber ein Teil von ihnen will einen Krieg, der mit einem Sieg endet, und der andere will einen Frieden nach Verhandlungen und Zugeständnissen. Nach seinen Worten wird die Zahl der „Befürworter von Verhandlungen“ jedoch zunehmend kleiner, weil Russland und die Separatisten die in Minsk getroffenen Friedensvereinbarungen nicht einhalten.

    Der Parlamentsvorsitzende der Konföderation der selbsternannten Volksrepubliken, Oleg Zarjow, nannte die Umfrageergebnisse „eine Folge der totalen Propaganda im Fernsehen und in den Zeitungen“. „Ich habe große Zweifel an der Glaubwürdigkeit dieser Umfrage“, betonte er.

     

     

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