09:17 02 Juli 2020
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    Russland hatte vergeblich gehofft, dass die OPEC bei ihrem Treffen in Wien die Förderquoten senkt, schreibt die Zeitung „Nowyje Iswestija“ am Montag.

    Russland hatte vergeblich gehofft, dass die OPEC bei ihrem Treffen in Wien die Förderquoten senkt, schreibt die Zeitung „Nowyje Iswestija“ am Montag.

    Nach dem entsprechenden Beschluss der Erdöl exportierenden Länder gingen die Ölpreise erneut zurück.

    Saudi-Arabien und seine Golf-Verbündeten machten deutlich, wer in der OPEC das Sagen hat. Trotz Widerstand beschlossen die OPEC-Länder bei ihrem 166. Treffen, in den kommenden sechs Monaten weiterhin 30 Millionen Barrel Öl täglich zu fördern.

    Kaum jemand kann derzeit genau voraussagen, auf welchem Niveau sich der Ölpreis stabilisiert. Laut den meisten Prognosen handelt es sich um einen Preis von 60 US-Dollar. Sollten die Preise noch tiefer fallen, drohen der Weltwirtschaft ernsthafte Folgen.

    Viele Experten sehen in dem Beschluss den schwindenden Einfluss der OPEC. „Wir kommen in eine neue Ära der Ölpreise, wo die Fördermenge nicht von der OPEC mit Saudi- Arabien an der Spitze, sondern vom Markt bestimmt wird“, sagte Mike Wittner, Leiter der Ölmarkt-Forschung bei Société Générale.

     

    Die USA haben mit ihrem Schiefergas für eine „Revolution“ auf dem Ölmarkt gesorgt und ziehen gegen die arabischen Ölproduzenten und Russland zu Felde.

    Auf dem Ölmarkt ist ein Kampf um Ressourcen und Geld entbrannt. Gewinnen wird derjenige, der den längeren Atem bei niedrigen Ölpreisen hat.

    Die USA haben gewisse Vorteile. Solange der US-Dollar die Weltwährung Nummer eins bleibt, kann Washington weitere Milliarden drucken. Zudem deponieren Saudi-Arabien und andere Golf-Länder einen großen Teil ihrer Dollar-Gelder in US-Banken. Das Weiße Haus könnte die Konten der arabischen Ölscheichs im Ernstfall einfrieren oder andere Druckinstrumente finden.

    Laut Experten der Internationalen Energieagentur wollen die USA im kommenden Jahr ihre Ölförderung um fast eine Million Barrel täglich erhöhen. Der Anteil der OPEC am US-Import ist im August um 40 Prozent bzw. 2,9 Millionen Barrel täglich gesunken. Das ist der niedrigste Wert seit Mai 1985.

    Die US-Schieferölförderer sind den Saudis ein Dorn im Auge. Sie hoffen, dass das Schiefergasgeschäft der USA sich nicht rechnet. Doch die USA behaupten, selbst bei niedrigeren Preisen weiterhin Schieferöl fördern zu wollen. Nur für vier Prozent der Schieferöl-Vorkommen seien 80 Dollar die untere Grenze der Einträglichkeit. Bei den meisten Vorkommen könnte Schieferöl auch bei Preisen von 40 bis 42 Dollar gefördert werden.

    Venezuelas Präsident Nicolas Maduro teilte mit, dass die Öleinnahmen des Landes um 35 Prozent zurückgegangen seien. Nigeria hat in der vergangenen Woche erstmals seit drei Jahren den Leitzins erhöht und Haushaltskürzungen um sechs Prozent für das kommende Jahr angekündigt. Laut Experten der US-Großbank Wells Fargo wollen andere OPEC-Mitglieder (Iran, Irak, Ecuador, Libyen, Algerien und Angola) sowie andere große Ölproduzenten (Russland, Norwegen, Mexico) im kommenden Jahr anscheinend die Ölförderung drosseln, um die Ölpreise nach oben zu treiben.

    Nach Angaben von Bloomberg-Analysten droht Russland im kommenden Jahr eine Rezession. Die Wahrscheinlichkeit einer Rezession liegt bei 75 Prozent. Russische Politiker sind jedoch optimistischer gestimmt. Laut dem russischen Wirtschaftsminister Alexej Uljukajew ist Russland gewappnet gegen niedrige Ölpreise.

     

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