02:10 23 November 2019
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    Mercedes-Werk (Archivbild)

    Daimler erwägt Mercedes-Produktion in St. Petersburg

    © Foto: Daimler
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    Der Daimler-Konzern erwägt den Bau eines Mercedes-Werkes in Sankt Petersburg, schreibt die Zeitung „Wedomosti“ am Freitag.

    Der Daimler-Konzern erwägt den Bau eines Mercedes-Werkes in Sankt Petersburg, schreibt die Zeitung „Wedomosti“ am Freitag.

    Den Stuttgarter Autobauern wurde bereits ein 50 Hektar großes Grundstück im Industriegebiet Schuschary in Sankt Petersburg angeboten. Der japanische Autobauer Suzuki wollte hier ein Werk errichten, verzichtete jedoch wegen der Wirtschaftskrise 2008 auf dieses Projekt. In Schuschary haben sich bereits Toyota, GM, Scania und MAN mit Werken angesiedelt. Sankt Petersburg soll neben Moskau und dem Gebiet Moskau als Standort für das Mercedes-Werk zur Auswahl stehen. Wie ein Daimler-Vertreter jedoch betonte, ist bislang kein endgültiger Beschluss über die Produktion von Mercedes-PKW in Russland getroffen worden.

    Zuvor hatten die deutschen Autobauer die Montage von Mercedes-Fahrzeugen im Lichatschow-Autowerk (ZIL) in Moskau erwogen. Das Gelände könnte auch für den Bau von Wohnhäusern und Büros genutzt werden, weshalb die Moskauer Behörden nach einem alternativen Standort suchen. Auch die Behörden des Gebietes Moskaus verhandeln mit den Stuttgartern.

    2013 teilte der Generaldirektor von Mercedes Benz Rus, Jan Madeja, mit, dass es vorteilhafter wäre, die PKW-Produktion zusammen mit einem Partner aufzunehmen. Mercedes kooperiert bereits mit Kamaz bei der LKW-Produktion und mit GAZ bei der Produktion des Kleintransporters Sprinter. Vertreter der russischen Werke nahmen bislang keine Stellung zu einer möglichen gemeinsamen Produktion von Mercedes-PKW.

    Laut Wladimir Bespalow, Analyst von VTB Capital, ist Sankt Petersburg wegen seiner Infrastruktur, den niedrigeren Kosten und der besseren Zuliefer-Logistik der geeignetere Standort für das Mercedes-Werk. Doch Moskau und das Gebiet Moskau befinden sich näher am größten Vertriebsmarkt, so der Experte.

    Die Verkaufszahlen der Mercedes-Fahrzeuge in Russland stiegen von Januar bis Oktober 2014 um zwölf Prozent, obwohl der  russische Fahrzeugmarkt insgesamt um 12,7 Prozent zurückging. Damit liegt Mercedes  vor den größten Konkurrenten Audi und BMW, die bereits Produktionsstandorte in Russland haben. Laut einem russischen Beamten will Daimler demnächst eine Entscheidung über die Produktionsaufnahme in Russland treffen. Damit könnten die Ausgaben reduziert werden, was angesichts der Rubel-Abwertung und des seit Sommer geltenden Verbots für den Kauf von Importfahrzeugen für den staatlichen Bedarf besonders aktuell sei.

     

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