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    Putin in Indien: Moskau orientiert sich neu

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    Der Besuch des russischen Präsidenten Wladimir Putin in Indien soll einen Wendepunkt in den Beziehungen zwischen den beiden Ländern kennzeichnen, schreibt die Zeitung „Kommersant“ am Mittwoch.

    Der Besuch des russischen Präsidenten Wladimir Putin in Indien soll einen Wendepunkt in den Beziehungen zwischen den beiden Ländern kennzeichnen, schreibt die Zeitung „Kommersant“ am Mittwoch.

    Der Machtwechsel in Indien und die westlichen Sanktionen gegen Russland lassen die beiden Länder einander näher rücken. Moskau und Neu-Delhi kooperieren vor allem in den Bereichen Militär, Atomenergie und Verarbeitung von Rohdiamanten. Zudem sind große Infrastrukturprojekte geplant. Russlands Wende nach Osten macht Indien in der Asiatisch-Pazifischen Region zum zweitwichtigsten Partner nach China.

    Im Unterschied zu dem sechsstündigen Gipfeltreffen in Neu-Delhi vor zwei Jahren ist Putins jetziger Besuch deutlich umfangreicher. Laut russischen Diplomaten will Putin zum zweiten Mal vor beiden Parlamentshäusern in Neu-Delhi eine Rede halten. Keinem anderen ausländischen Staatschef war bislang so eine Möglichkeit eingeräumt worden.

    Eine Voraussetzung für den Neustart in den Beziehungen ist die Tatsache, dass Russland und Indien in den vergangenen zwei Jahren bei vielen Streitfragen immer einen Kompromiss finden konnten.

    Nach ihrem Sieg bei den Parlamentswahlen im Mai hatte die nationalistische Partei „Bharatiya Janata Party“ sich folgende Ziele gesetzt: Ankurbelung des Wirtschaftswachstums, Umsetzung von großen Infrastrukturprojekten und Aufbau von Smart Cities (nachhaltige Städte). Die neue Wirtschaftsstrategie „Make it in India“ soll gefördert und günstige Bedingungen für Investoren geschaffen werden.

    „Wir rechnen damit, dass ausländische Hersteller nach Indien kommen, weil wir über die dafür notwendigen materiellen Ressourcen und Arbeitskräfte verfügen. Eines der Länder, das sich an der Umsetzung dieser Aufgabe beteiligen könnte, kann Russland sein“, so die Handels- und Industrieministerin Nirmala Sitharaman.

    Wegen den westlichen Sanktionen wendet sich Russland verstärkt dem Osten zu und baut seine  Wirtschaftsbeziehungen mit der drittgrößten Wirtschaft Asiens aus. Laut dem indischen Politologen Radschiw Scharma war Neu-Delhi bis zuletzt davon ausgegangen, dass Russland in Asien vor allem mit China einen Ausbau der Kooperation anstrebt. Mit seinem Besuch in Neu-Delhi wolle Putin jedoch demonstrieren, dass die Inder mit dieser Annahme falsch liegen.

    Nach „Kommersant“-Angaben wollen die beiden Staatschefs  das Kooperationspapier „Strategische Vision“ unterzeichnen. Beide Länder streben vor allem eine engere Zusammenarbeit in den Bereichen Atomenergie und Rüstung an.

    Russland und Indien entwickeln bereits gemeinsam den Hyperschall-Marschflugkörper BrahMos2 und einen Kampfjet der 5. Generation.

    In der Atomenergie ist Russland weiterhin Indiens wichtigster Partner trotz  des sich verschärfenden Wettbewerbs mit westlichen Konkurrenten. Ein weiterer aussichtsreicher Kooperationsbereich ist die Verarbeitung von Rohdiamanten.

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