09:38 20 Juni 2019
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    Ukraine-Krise

    Nato versorgt die Ukraine mit gebrauchten Waffen

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    Regelung der Krise in der Ukraine (2436)
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    Die USA und andere Nato-Länder wollen die Ukraine bei der Modernisierung deren Streitkräfte unterstützen und dabei zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen, schreibt die "Nesawissimaja Gaseta" am Freitag.

    Die USA und andere Nato-Länder wollen die Ukraine bei der Modernisierung deren Streitkräfte unterstützen und dabei zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen, schreibt die "Nesawissimaja Gaseta" am Freitag.

    Gleichzeitig werden sie dadurch ihre alte Militärtechnik los.

    Unter anderem dürfte Kiew mit einem Teil der aus Afghanistan abgezogenen bzw. abzuziehenden Waffen rechnen. Das sagte gestern US-Vizeaußenministerin Victoria Nuland.

    USA können ukrainische Armee mit Transportmitteln aus Afghanistan modernisieren > >

    Zuvor wurde bereits mitgeteilt, dass Ungarn die Ukraine mit T-72-Panzern versorgt hatte. Außerdem hat Kiew bei Großbritannien eine Partie der Schützenpanzerwagen Saxon gekauft.

    Laut Medienberichten hat der ukrainische Rüstungsindustriekonzern Ukroboronprom einen Vertrag mit der US-amerikanischen Firma Barrett über den Kauf von Waffen und Militärtechnik, darunter von schweren Scharfschützengewehren, abgeschlossen. Zudem rechnen die Ukrainer mit Kommunikationstechnik, Anti-Panzer-Waffen, Funkmessgeräten und möglicherweise Drohnen. Die Sprecherin des ukrainischen Verteidigungsministeriums, Viktoria Kuschnir, teilte mit, dass die Streitkräfte bereits Ausrüstung, Marschverpflegung, medizinische Ausrüstung, Bettwäsche usw. erhalten haben.

    Ob das alles aber die Schlagkraft der ukrainischen Armee erhöht, bleibt fraglich. Denn laut Medienberichten besteht das größte Problem im schlechten moralischen Zustand der Soldaten und der ganzen ukrainischen Bevölkerung. Es wird ständig über neue Fälle der gerichtlichen Verfolgung von Wehrdienstverweigerern und Deserteuren berichtet. „Es kommt zuweilen vor, dass binnen nur einer Nacht die gesamte männliche Bevölkerung einer Ortschaft verschwindet. Die Männer, die nicht in den Krieg ziehen wollen, fliehen ins Ausland oder wandern einfach aus einem Dorf in ein anderes“, berichtete eine Zeitung in der Stadt Ternopol. 

    Vor diesem Hintergrund sprechen hochrangige Beamte über eine neue Mobilmachung. Vor kurzem sprach sich Verteidigungsminister Stepan Poltorak dafür aus. Ihm stimmte auch der Sekretär des Sicherheits- und Verteidigungsrats der Ukraine, Alexander Turtschinow, zu. Nach seinen Worten sollen 100 000 Reservisten aktiviert werden. Damit würde die ukrainische Armee (inklusive Reservisten) 330 000 Mann zählen und wäre die zweitgrößte in Europa nach der russischen. Die Militärausgaben Kiews wären dabei mit fünf Prozent vom BIP die größten nicht nur in der GUS, sondern in ganz Eurasien.

     

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