21:39 05 Dezember 2019
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    Krisenstimmung in Russlands Wirtschaft

    Rubel-Absturz trübt Russlands Konjunkturaussichten

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    Die US-Ratingagentur Moody’s prognostziert für das kommende Jahr einen BIP-Rückgang in Russland von 5,5 Prozent und für 2016 von drei Prozent, schreibt die Zeitung „Kommersant“ am Mittwoch.

    Die Ratingagentur verkündete am Dienstag die Herabstufung der Ratings von Raiffeisenbank Russland (auf Ba1) und des Bahnunternehmens Brunswick Rail. Zudem wird die Herabstufung der Kreditwürdigkeit von 16 russischen Banken erwogen. Die niedrigere Kreditwürdigkeit der Raiffeisenbank Russland wird damit erklärt, dass 39 Prozent ihrer Kredite in anderen Währungen  (Angaben vom September) gehalten sind. Andere Risiken werden nicht genannt und die Situation wird generell nicht als problematisch bezeichnet. Die Herabstufung der Bonität von Brunswick Rail ist vor allem auf die Währungsrisiken des Untenehmens zurückzuführen.

    Federica Mogherini
    © REUTERS / Francois Lenoir

    Bei der BIP-Prognose von Moody’s handelt es sich um die erste makrowirtschaftliche Prognose für Russland, bei der der Rubel-Absturz vom Dezember berücksichtigt wurde. Die Prognosen der russischen Zentralbank, die einen BIP-Rückgang von vier bis fünf Prozent für 2015 bei einem Ölpreis von 60 US-Dollar voraussagt, beruhen auf Angaben aus dem Bankensektor von Ende November. Dabei wurde der massive Kursverfall der russischen Nationalwährung nicht berücksichtigt.

    Die Moody’s-Experten teilen die optimistischen Stimmung der russischen Zentralbank und des Wirtschaftsministeriums, die eine Stagnation des BIP im Jahr 2016 (Rückgang von weniger als ein Prozent) und ein Wachstum von 5,7 Prozent im Jahr 2017 erwarten, nicht. Nach Moody’s-Angaben ist ein Szenario mit einem zweijährigen Wachstumsrückgang und einer schnellen Anpassung an die neuen Ölpreise kaum zu erwarten.

    Trotz der Verschlechterung der Wirtschaftslage in Russland hat Moody’s an der aktuellen Bonitätsnote Russlands (Baa2) festgehalten.

     

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