09:33 30 September 2020
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    Nachfahren russischer Adelsfamilien haben sich wegen der Ukraine-Krise in einem offenen Brief an die europäischen Staats- und Regierungschefs gewandt, schreibt die „Rossijskaja Gaseta“ am Donnerstag.

    Fürst Dmitri und Fürstin Tamara Schachowski hatten am 26. November im Internet einen Brief veröffentlicht. Der Brief wurde von Nachkommen von russischen Adelsfamilien aus verschiedenen Ländern unterstützt.

    So heißt es in dem Brief unter anderem:

    Seit fast einem Jahr ist jeder von uns, Nachkomme der „weißen Emigranten“, von den Ereignissen in der Ukraine tief berührt. Im Unterschied zu den Menschen in unserer Umgebung haben wir wegen unserer Wurzeln Zugang zu verschiedenen Informationen. Die Kenntnisse über die Vergangenheit des vorrevolutionären Russlands verpflichten uns, die Geschichtsmanipulationen, die zu einer Tragödie in der Ukraine führten, aufzudecken. Angesichts der wachsenden Spannungen im Donezbecken und in den internationalen Beziehungen liegt der Schluss nahe, dass die aggressive Feindlichkeit gegen Russland irrational ist. Es handelt sich um eine Politik der Doppelstandards.

    Russland werden alle möglichen Verbrechen vorgeworfen. Moskau wird ohne Beweise für schuldig erklärt, während gegenüber anderen Ländern Nachsichtigkeit gilt, darunter bei der Wahrung der Menschenrechte.

    Wir wollen auf keinen Fall auf den Schutz der Werte verzichten, die uns von unseren Vorvätern beigebracht wurden, die nach der Revolution 1917 vertrieben wurden. Wir wollen weder auf die Verurteilung der verbrecherischen Taten der Bolschewisten und ihrer Nachfolger noch auf die Klärung der schrecklichen Wahrheit der damaligen Zeit verzichten. Doch das bedeutet nicht, dass wir uns mit der täglichen Verleumdung des heutigen Russlands, seiner Führung und seines Präsidenten abfinden, gegen die Sanktionen verhängt wurden.

    Besonders lächerlich sind die systematischen Angriffe auf alles, was mit der „russischen Welt“ zusammenhängt. Für Empörung sorgt ebenfalls das Verschweigen der schweren Bombenangriffe auf das Donezbecken, von denen friedliche Einwohner und die zivile Infrastruktur betroffen sind. Seit Monaten sterben Kinder und Alte, werden schwer verletzt. Gefangene werden gefoltert. Die Kiewer Regierung verhängte eine Blockade, um die Region, die sie als Teil der Ukraine ansieht, völlig zu zerstören. Die Gewalt der Kiewer Behörden gegenüber der Russisch-Orthodoxen Kirche muss verurteilt werden. Priester werden verfolgt, zur Flucht gedrängt und sogar ermordet. Etwa 50 Kirchen wurden zerbombt. Wo sind hier die europäischen Werte?
    Wir sind keine gleichgültigen und stillschweigenden Zeugen der Vernichtung der Einwohner des Donezbeckens, der empörenden Russenfeindlichkeit und des heuchlerischen Herangehens – das alles widerspricht völlig den Interessen des von uns geliebten Europas. Wir hoffen, dass die Länder, die uns einst ein Zuhause gegeben hatten, sich wieder für den Weg der Vernunft und der Neutralität entscheiden.

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    Tags:
    Tamara Schachowskaja, Dmitri Schachowskoj, Russland, Ukraine