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17:27 15 Oktober 2019
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    Die heutigen Ölnotierungen werden durch mehrere Faktoren verursacht

    Zeit des billigen Öls ist bald wieder vorbei

    © AP Photo / Hasan Jamali
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    Das Abrutschen des Ölpreises auf unter 60 US-Dollar pro Barrel hat für heftige Turbulenzen auf dem russischen Finanzmarkt gesorgt. Laut Experten ist die Ära des teuren Öls vorbei, aber auch die Zeit des billigen Öls wird nicht lange anhalten, schreibt die „Nesawissimaja Gaseta“ am Donnerstag.

    Die heutigen Ölnotierungen werden durch mehrere Faktoren verursacht – durch den starken US-Dollar, das Preisdumping von Saudi-Arabien, unkonventionelle Ölförderung und den Beschluss der OPEC-Länder, die Ölproduktion nicht zu drosseln.

    Zu den ersten Opfern gehören Nigeria, Algerien, Angola und Libyen. Nur Kuweit und Saudi-Arabien gelingt es, ihren Ölexport zu Dumping-Preisen zu steigern. Saudi-Arabien will seine Position auf dem Ölmarkt verteidigen, indem Mitbewerber mit hohen Förderkosten verdrängt werden.

    Die aktuellen Ölpreise sind wegen der kostspieligen langfristigen Förderprojekte vorteilhaft für russische und iranische, aber nicht für westliche Ölkonzerne. In den vergangenen sechs Monaten haben viele Unternehmen im Westen massiv an ihrem Börsenwert eingebüßt. Geplante Investitionen wurden gekürzt.

    Die relativ niedrigen Ölpreise werden noch eine Zeitlang erhalten bleiben. Doch es ist nicht ausgeschlossen, dass der Preis für die Ölsorte Brent sich bei 60 US-Dollar stabilisiert oder sogar noch steigt, sollte die Nachfrage anziehen oder die Ölförderung gedrosselt werden. Derzeit ist jedoch kaum mit einem Wachstum der Nachfrage zu rechnen. Die japanische Wirtschaft ist heftiger geschrumpft als erwartet. Das Bruttoinlandsprodukt Chinas soll im kommenden Jahr auf 7,1 Prozent fallen. In der EU kostet ein Barrel Öl etwa 50 Euro (55 Prozent vom Höchstpreis). Das Öl-Angebot soll hingegen sinken. Wegen der niedrigen Preise sinkt das Interesse an der Erschließung neuer Vorkommen.

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    OPEC, EU