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05:20 21 Oktober 2019
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     Ukraine blockiert den Bahn- und Busverkehr mit der Krim

    Kiew verschärft Krim-Blockade

    © Sputnik / Juri Laschow
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    Die Einwohner der Halbinsel Krim kämpfen im täglichen Leben mit vielen Hindernissen und Mängeln, schreibt die "Nesawissimaja Gaseta" am Montag.

    Kurz vor dem Jahreswechsel hat die Ukraine den Bahn- und Busverkehr mit der Krim blockiert. Zudem gibt es auf der Halbinsel Probleme mit der Stromversorgung. Darüber hinaus verweigern die internationalen Kreditkartenfirmen Visa und MasterCard die Bedienung von Bankkarten.

    Die Behörden in Kiew begründen die sich häufenden Stromausfälle mit der fehlenden Kohle aus dem umkämpften Donezbecken.

    Am 24. Dezember war die komplette Halbinsel erstmals ohne Strom geblieben. Die Sprecherin des ukrainischen Energieministeriums, Anna Dudka, teilte mit, dass „die Verbrauchobergrenze überschritten worden“ sei. Der Strom sei vom Energieversorger Ukrenergo abgeschaltet worden.

    Premier Arsseni Jazenjuk sagte, Kiews Position sei „einfach und klar: Wenn es in der Ukraine keinen Strom gibt, dann gibt es ihn auch auf dem Territorium nicht, wo die Russen vorübergehend das Sagen haben.“

    Die Krim-Behörden schieben der Ukraine logischerweise die Schuld zu. „Unsere Feinde wollen uns immer wieder verärgern: Mal wird uns der Strom abgeschaltet, mal legen sie uns anderweitig Steine in den Weg“, sagte das Oberhaupt der Republik Krim, Sergej Aksjonow. „Aber gemeinsam bekommen wir das schon hin.“ 

    Ein früherer Abgeordneter der Obersten Rada (ukrainisches Parlament), der anonym bleiben wollte, sagte, dass die jüngsten Probleme mit der Stromversorgung und den Kreditkarten nicht das letzte Mittel in Kiews Arsenal seien: „Viel schlimmer wird es, falls die Krim von der Wasserversorgung abgeschnitten wird. Früher waren wir zu 85 Prozent von den Wasserlieferungen vom ukrainischen Festland abhängig.“ 

    Dass sich die Lage anspannen könnte, hatte sich schon Anfang November abgezeichnet. Damals sagte der ukrainische Umweltminister Andrej Mochnik (inzwischen hat er diesen Posten verlassen), dass sich bis dato kein einziger Betrieb auf der Krim darum gekümmert habe, vertraglich die Wasserversorgung sicherzustellen.

    Der ukrainische Politologe und Krim-Kenner Igor Semiwolos zeigte sich überzeugt, dass Kiew die Wasserversorgung der Halbinsel nicht einstellen werde. „Der Halbinsel droht keine humanitäre Krise. Das ist Unsinn. Aber Probleme sind unvermeidlich, denn die Krim ist infrastrukturell mit der Ukraine verbunden, und daran ist nichts zu ändern. Jene Einwohner der Halbinsel, die die Ukraine hassten und bereit waren, jegliche Erniedrigungen zu dulden, nur um  als russisches Territorium zu gelten, werden (…) dies weiterhin dulden. Diejenigen, die bei dem Volksentscheid im März aus merkantilen Gründen für Russland gestimmt haben, müssen jetzt eine Art kalte Dusche hinnehmen: Sie hatten an Russland als ein Wunderland geglaubt, das ihnen ein reiches und problemloses Leben bescheren würde. Jetzt aber müssen sie sich davon überzeugen, dass es kein Märchen gibt und dass die Halbinsel von der Ukraine abhängt, sagte der Experte.

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    Arsseni Jazenjuk, Sergej Aksjonow, Kiew, Krim