03:00 15 November 2019
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    Neue Militärdoktrin: Russland stuft USA als Bedrohung ein

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    In der „Rossijskaja Gaseta“ ist am Montag die vom russischen Präsidenten Wladimir Putin per Dekret gebilligte Militärdoktrin veröffentlicht worden.

    Die Militärdoktrin hat sich in ihren Grundzügen nicht geändert und nach wie vor einen Verteidigungscharakter. Im Unterschied zu den USA, die jederzeit zu einem globalen Schlag bereit sind,  hält Russland einen Militäreinsatz erst dann für möglich, wenn alle Mittel zu einer friedlichen Lösung ausgeschöpft sind.

    In seiner Militärstrategie erwägt Moskau den Einsatz von Nuklearwaffen nur als Reaktion auf eine Aggression gegen Russland bzw. seine Verbündeten.

    Zugleich hat die russische Verteidigungsdoktrin einen aktiven Charakter. Zum ersten Mal ist die Rede von einer nichtnuklearen Abschreckung der militärischen Bedrohungen. Das gehört zum Aufgabengebiet der allgemeinen Streitkräfte, also den Truppen, die nicht zur strategischen nuklearen Triade gehören. Die Aufrechterhaltung ihrer Einsatzbereitschaft sowie die Ausrüstung der Armee und Marine mit modernen Waffen und Technik gehört zu den wichtigsten Aufgaben Russlands. Deshalb sollen die Bodentruppen mit Panzern des Typs Armat, die Landungstruppen mit Luftlandepanzern BMD-4M, die Truppen der Luft- und Weltraumverteidigung mit S400- und S500-Systemen, die Luftstreitkräfte mit T-50-Kampfjets und die Kriegsflotte mit Fregatten des Projekts 11366 und anderen Schiffen versorgt werden.

    Zum ersten Mal wurde in der Militärdoktrin die Sicherung der nationalen Interessen Russlands in der Arktis erwähnt. Hinter dem Polarkreis wurde auf Basis der Nordflotte ein neues strategisches Kommando „Nord“ eingerichtet. Dieses Kommando umfasst Militärschiffe, Bodentruppen, Fliegerkräfte und ein Flugabwehrsystem. Im Grunde handelt es sich um die Entstehung des fünften Militärbezirks in Russland.

    Zudem wird in der Doktrin darauf hingewiesen, dass es wichtig sei, mit anderen Ländern beim Aufbau strategischer Raketenabwehrsysteme,  bei der Stationierung von Weltraumwaffen und beim Bau nichtnuklearer Hochpräzisionswaffen gleichzuziehen.

    Wie es in der Militärdoktrin heißt, ist die Wahrscheinlichkeit eines großen Krieges gegen Russland gesunken. Zu den Bedrohungen zählt Russland jedoch den Ausbau und die Annäherung der Nato-Militärinfrastruktur an seine Grenzen und den Aufbau des US-Raketenabwehrsystems in Europa. Zugleich schließt die Militärdoktrin den Aufbau eines gemeinsamen Raketenabwehrsystems mit anderen Ländern nicht aus, jedoch unter einer Voraussetzung – der gleichberechtigten Teilnahme Russlands.

    Nato-Übungen Partnership for Peace neben georgischer Hauptstadt Tiflis
    © Sputnik / David Hizanishvili

    Laut der Doktrin wird Russland sich zusammen mit seinen Partnern – der OVKS und den BRICS-Staaten sowie Abchasien und Südossetien — vor den neuen Bedrohungen schützen. In dem Dokument wird ebenfalls von der Notwendigkeit eines gleichberechtigten Dialogs mit der EU und der Nato gesprochen.

    Dem Militärexperten Igor Korotschenko zufolge stuft Russland in seiner neuen Militärdoktrin das US-Konzept des „Prompt Global Strike“ als reale Bedrohung ein.

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    Tags:
    BMD-4M, T-50-Kampfjet, S400-System, S500-System, NATO, OVKS, BRICS, Wladimir Putin, Russland, Südossetien, Abchasien