SNA Radio
    Landungsschiff Sewastopol des Mistral-Typs im SNX France-Hafen in Frankreich

    Mistral-Deal kurz vor dem Scheitern

    © Sputnik / Grigory Sysoev
    Zeitungen
    Zum Kurzlink
    Nowyje Iswestija
    Streit um Mistral-Kriegsschiffe (93)
    0 1866

    Sollte Frankreich bis Ende Januar Russland nicht das erste Mistral-Schiff ausliefern, wird der Vertrag aufgelöst. Das meldeten Nachrichtenagenturen unter Berufung auf Quellen im russischen Verteidigungsministerium.

    Sollten sich diese Informationen bestätigen, könnte Russland demnächst gegen Frankreich vor Gericht ziehen, schreibt die „Nowyje Iswestija“ am Donnerstag.

    Am Tag zuvor wurde bekannt, dass das russische Verteidigungsministerium eine Anfrage nach Paris geschickt hat, ob der Mistral-Vertrag erfüllt werde. Russland hätte den ersten Hubschrauberträger bereits am 14. November bekommen sollen. Doch angesichts der derzeit angespannten Lage gestaltet sich die Erfüllung des Vertrages schwierig. Vor einigen Tagen wurde ebenfalls bekannt, dass der für den 15. Januar in Astana geplante Ukraine-Gipfel mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin, seinen Amtskollegen aus Frankreich, Deutschland und der Ukraine, Francois Hollande, Bundeskanzlerin Angela Merkel und Pjotr Poroschenko, nicht stattfindet.

    „Nach dem torpedierten Treffen im Normandie-Format und der Tatsache, dass sich die Situation in der Ukraine überhaupt nicht nach den Minsker Vereinbarungen entwickelt, denke ich kaum, dass die Franzosen die Mistral-Schiffe Russland übergeben werden“, so der Leiter des Zentrums für Frankreich-Studien, Igor Rubinski.

    Laut dem Militärexperten Igor Korotschenko besteht überhaupt keine Chance, dass die Mistral-Schiffe geliefert werden. „Jetzt geht es darum, dass Russland ein offizielles Schreiben zum Vertragsbruch erhalten muss. Dann kann sich Moskau an internationale Gerichte wenden und die Rückgabe des bereits gezahlten Geldes sowie eine Vertragsstrafe fordern“, so der Experte. Russland würde nicht viel bei einem Scheitern des Mistral-Deals verlieren, so Korotschenko. Auch andere russische Militärexperten sind der Ansicht, dass die Mistral-Schiffe nicht der dringendste Erwerb für die russische Marine sei.

    Der Vertragswert der Mistral-Schiffe liegt bei 1,2 Milliarden US-Dollar. Ausgehend von dieser Summe wird die Entschädigungssumme berechnet, die Russland von Frankreich fordern kann.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren
    Themen:
    Streit um Mistral-Kriegsschiffe (93)

    Zum Thema:

    Mistral-Deal: Russland will mehr Klarheit zu verzögerter Schiffslieferung
    Russischer Diplomat zu umstrittener Mistral-Lieferung: Kauf durch Nato unmöglich
    Streit um Mistral: Russische Matrosen verlassen Saint-Nazaire
    Lawrow: Mistral-Deal ist Frage von Vertrag und Würde der französischen Nation
    Tags:
    Mistral, Igor Korotschenko, Igor Rubinski, Frankreich, Russland