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    EU drängt Russland zur Aufhebung des Lebensmittelembargos

    EU drängt Russland zur Aufhebung des Lebensmittelembargos

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    Nowyje Iswestija
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    Die EU-Kommission hat der russischen Agraraufsichtsbehörde Rosselchosnadsor vorgeschlagen, im Falle der Aufhebung des Lebensmittelembargos wieder Kartoffeln und Fleischdelikatessen nach Russland zu liefern, schreibt die Zeitung „Nowyje Iswestija“ am Dienstag.

    Die von der „Nowyje Iswestija“ befragten Experten bezweifeln jedoch, dass europäische Waren wegen des schwachen Rubels in Russland gefragt sind.
    Die europäischen Agrarproduzenten haben ein großes Interesse am russischen Absatzmarkt. Sie drängen auf eine baldige Aufhebung des Einfuhrverbots für Lebensmittel. Auf der Landwirtschaftsmesse Grüne Woche in Berlin versprach der russische Agrarminister Nikolai Fjodorow einigen Ländern, den russischen Markt für Erzeugnisse, die nicht auf der Sanktionsliste stehen, zu öffnen.

    Bei einem Treffen mit der Association of European Businesses sagte der russische Außenminister Sergej Lawrow, dass die Einbußen der EU wegen des Importverbots sich auf 50 Milliarden Euro belaufen könnten.

    Dem Experten Nikolaj Charitonow zufolge haben die europäischen Lebensmittel eine bessere Qualität und können problemlos geliefert werden, aber die Politik fordert eine andere Antwort. “Zuerst hebt ihr alle Sanktionen gegen Russland auf, erst dann öffnen wir unseren Markt wieder“, so der Experte.

    Natalia Schagaida, Expertin vom Zentrum für Agrarpolitik, betonte im Gespräch mit der „Nowyje Iswestija“, dass die russischen Landwirte die fehlenden europäischen Produkte zu einem niedrigeren Preis ersetzen würden.

    Ihr zufolge ist es absurd, dass europäische Kartoffeln geliefert werden sollen, weil die Nachfrage mit eigenen Produkten abgedeckt werden kann. Europäische Kartoffeln gebe es nur in den Supermärkten Moskaus und anderer Großstädte. Weil die Einnahmen der Russen drastisch zurückgegangen seien, würden teure Kartoffeln und Gemüse kaum Nachfrage finden, so die Expertin. Zudem würden viele russische Familien in Zeiten der Krise Kartoffeln und Gemüse selbst anbauen, weil das billiger und ökologischer sei.

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    Tags:
    Grüne Woche, EU-Kommission, Sergej Lawrow, Russland