07:06 29 September 2020
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    Krisenstimmung in Russlands Wirtschaft (146)
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    Nach vorläufigen Einschätzungen der russischen Zentralbank sind die Außenschulden Russlands 2014 um 18 Prozent auf 599,5 Milliarden US-Dollar gesunken.

    Dazu gehören sowohl Staatsschulden als auch die Schulden des privaten Sektors, schreibt die „Nowyje Iswestija“ am Mittwoch.

    Wegen der westlichen Sanktionen müssen die russischen Unternehmen und Banken ihre Außenschulden ohne Zugang zu äußeren Finanzierungsquellen abbauen. Experten zufolge hat ein massenhafter Ankauf von US-Dollar und Euro am Ende des vergangenen Jahres zur Tilgung der Schulden maßgeblich zum raschen Rubel-Absturz geführt.

    Nach Angaben der Zentralbank sind die Schulden des Staates relativ überschaubar. Auf die Staatsorgane entfallen 41,5 Milliarden US-Dollar. Die Schulden der ehemaligen Sowjetunion schrumpften um 11,5 Prozent auf 1,77 Milliarden US-Dollar. Die Schulden der Zentralbank sanken um 37,5 Prozent auf 10,4 Milliarden US-Dollar. Doch die Schulden der Unternehmen sind weiterhin enorm. Die Gesamtschulden der Banken sanken zwar im vergangenen Jahr um 20 Prozent, liegen jedoch bei 171,1 Milliarden US-Dollar. Andere Bereiche, darunter die staatlichen Unternehmen des Rohstoffsektors – schulden ausländischen Kreditgebern noch mehr Geld: 376,5 Milliarden US-Dollar.

    Laut Finanzminister Anton Siluanow gibt es keine Gründe zur Behauptung, dass Russland jetzt weniger Möglichkeiten habe, seine Schulden zurückzuzahlen. Dennoch sind Experten der Ansicht, dass vor allem die äußeren Schulden der Unternehmen und Banken den Rubel in diesem Jahr am stärksten unter Druck setzen werden.

    Der Zentralbank zufolge sollen in diesem Jahr rund 120 Milliarden US-Dollar getilgt werden. Das ist weniger als im vergangenen Jahr, doch man muss die Tatsache berücksichtigen, dass die russischen Unternehmen erforderliche Finanzmittel selbst finden müssen, weil die westlichen Darlehen nicht mehr zugänglich sind. Zudem rutschte die russische Wirtschaft in eine Rezession. Darüber hinaus fallen die Ölpreise.

    „Moskau musste einen Teil der Außenschulden mit Finanzmitteln begleichen, die für wichtigere Ziele hätten ausgegeben werden können, beispielsweise für das Importersatz-Programm. Falls Russland seine Haushaltsausgaben in den nächsten Monaten nicht in Ordnung bringt, müssen die Unternehmenskreise einen Teil ihrer Gewinne für den Abbau der Außenschulden verwenden“, so Finanzexpertin Tamara Kasjanowa. Russland könne die Begleichung der Schulden nicht ignorieren, weil sein Ranking sich ohnehin dem Ramsch-Niveau annähert.

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    Dollar, Euro, Russlands Zentralbank, Anton Siluanow