04:01 27 September 2020
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    70. Jahrestag der Befreiung des KZ Auschwitz-Birkenau (26)
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    Polens Außenminister Grzegorz Schetyna hat in einem Radiointerview geäußert, dass das Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau am 27. Januar 1945 von Ukrainern befreit worden war, schreibt die „Rossijskaja Gaseta“ am Donnerstag.

    Auf die Frage, warum der russische Präsident Wlaimir Putin nicht zum 70. Jahrestag der Befreiung von Auschwitz-Birkenau eingeladen worden war, antwortete Schetyna, dass keine offiziellen Einladungen zu der Gedenkfeier verschickt worden seien. Das internationale Auschwitz- Komitee habe alle Länder über die Feier benachrichtigt, so Polens Chefdiplomat. Russland werde vom Chef der Kreml-Präsidialverwaltung, Sergei Iwanow, vertreten. Schetyna ergänzte, er sehe darin kein großes politisches Problem.

    Der Interviewer von „Polskie Radio“ zitierte in diesem Zusammenhang einen polnischen Solidarność –Aktivisten: „Keine politischen Meinungsverschiedenheiten und Vorwürfe können unsere  Engstirnigkeit rechtfertigen, sollten wir den russischen Präsidenten Wladimir Putin nicht zur Feier einladen. Russland ist der Rechtsnachfolger der Sowjetunion. Die Rote Armee hat das Lagertor geöffnet und das Lager befreit“.

    Polens Außenminister sagte, es seien ukrainische Soldaten der 1. Ukrainischen Front gewesen.

    Tatsächlich sah es so aus, dass von den beiden sowjetischen Armeen, die das KZ befreit haben, die 60. Armee unter General Pawel Kurotschkin ab November 1943 in der Ukraine kämpfte. Die 59. Armee unter General Iwan Korownikow wurde aus Wiburg nach Polen verlegt. Am 2. Dezember 1944 schloss sich diese der 1. Ukrainischen Front an. Doch das alles spielte keine Rolle, weil es sich bei beiden Armeen um Bürger eines Landes handelte, die gegen den Faschismus kämpften. Es waren gemeinsame Siege. Polen will heute Russland den Sieg aberkennen.

    Schetyna studierte Geschichte und Politikwissenschaften. Seit 2001 ist er Mitglied der Bürgerplattform. 2007 war er Innenminister unter dem damaligen Premier Donald Tusk. 2009 trat er zurück. Seit dem 22. September 2014 ist er Außenminister.

    Russlands Außenministerium bezeichnete die Worte des polnischen Chefdiplomaten als „Verhöhnung der Geschichte“.

    Russlands UN-Botschafter Witali Tschurkin erläuterte seinem polnischen Amtskollegen Boguslaw Winid alle Einzelheiten der KZ-Befreiung. Die 1. Ukrainische Front wurde so bezeichnet, weil ihr ursprüngliches Einsatzgebiet die heutige Ukraine war. In dem Militärverband waren mehr als 100 ethnische Gruppen der Sowjetunion vertreten, so Tschurkin.

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    Wladimir Putin, Grzegorz Schetyna, Auschwitz, Polen