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04:43 22 August 2019
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    Nato besorgt über Russlands neue Militärdoktrin

    Nato besorgt über Russlands neue Militärdoktrin

    © Sputnik / Vitaly Ankov
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    Wedomosti
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    Der Nato-Militärausschuss hat am Mittwoch und Donnerstag die neue Militärdoktrin Russlands erörtert, schreibt die Zeitung "Wedomosti" am Freitag.

    Wie der Chef der Ausschusses, Knud Bartels, gestern mittelte, werden die Nato-Länder die Gespräche über die Militärdoktrin fortsetzen und später über weitere Schritte gegenüber Moskau entscheiden.

    In der am 25. Dezember 2014 von Präsident Wladimir Putin unterzeichneten neuen Militärdoktrin wurde als eine der größten Gefahren der Ausbau der Nato-Präsenz an den russischen Grenzen eingestuft.

    Erstmals wurde die Entstehung von „Regimen“ in den Nachbarländern, die nach dem Sturz von legitim gewählten Regierungen an die Macht gekommen sind und deren Politik die Interessen Russlands gefährdet, als Gefahr bezeichnet.

    Nach Angaben des Direktors des Nato-Informationszentrums in Moskau, Robert Psel, sind Russlands Besorgnisse über die angeblich von der Nato ausgehende Gefahr unbegründet. Nach seinen Worten ist die Nato ein kollektives Verteidigungsbündnis“, weshalb ihre Aktivitäten nur „Offensivzwecke“ verfolgen. Die beim Nato-Gipfel im September 2014 in Wales beschlossene Stationierung von Schnellen Eingreifkräften in Polen und den baltischen Ländern sei eine „transparente und angemessene Antwort“ auf den Krim-Beitritt zu Russland und auf die Destabilisierung der Lage im ukrainischen Donezbecken gewesen.

    Der Experte des Fachmagazins „Moscow Defense Brief“, Michail Barabanow, rechnet nicht damit, dass die Nato auf Russlands neue Militärdoktrin speziell reagieren wird.  Die Aktivitäten der Allianz nach den Ereignissen auf der Krim und in der Ostukraine seien „auch ohne die neue Militärdoktrin unvermeidlich“ gewesen.

    Im vergangenen Jahr wurden Tausende US-Soldaten samt Militärtechnik und Dutzend Kampfjets nach Polen und in die baltischen Länder verlegt. Außerdem könnten fünf neue Militärstützpunkte in dieser Region eingerichtet werden.

    Laut einer dem russischen Verteidigungsministerium nahestehenden Quelle ist man in Brüssel über Russlands mögliche Gegenmaßnahmen nach dem Ausbau der Nato-Präsenz in Polen und den baltischen Ländern besorgt. Nach dem Nato-Beitritt Estlands, Lettlands und Litauens 2004 hatte Russland trotz heftiger Kritik daran keine zusätzlichen Truppen in diesen Raum verlegt. Im Gegenteil: Die in der Ostsee-Exklave Kaliningrad stationierten Einheiten wurden sogar abgebaut.

    Der Insider geht nach seinen Worten davon aus, dass Moskau wegen der jüngsten Nato-Aktivitäten keine neuen Truppenverbände im Nordwesten des Landes stationieren wird. Nur in Alakurtti (Gebiet Murmansk) soll ihm zufolge eine motorisierte Schützendivision stationiert werden, was jedoch bereits vor der Ukraine-Krise beschlossen worden sei. Wegen der Ereignisse in dem Nachbarland wird ein weiterer derartiger Verband im Gebiet Smolensk gebildet. Eine neue Konfrontation, die mit dem Kalten Krieg vergleichbar wäre, komme allerdings nicht infrage, ergänzte der Experte.

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    Tags:
    NATO, Wladimir Putin, Knud Bartels, USA, Russland