23:18 13 Dezember 2019
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    Umfrage: Immer mehr Russen halten Krieg mit der Ukraine für wahrscheinlich

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    Laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts WZIOM ist die Zahl der Russen, die einen Krieg mit der Ukraine für ziemlich wahrscheinlich halten, zuletzt stark gestiegen, schreibt die Zeitung „Wedomosti“ am Montag.

    Die Hälfte der Russen halten die Ereignisse in der Ukraine für einen Bürgerkrieg. 17 Prozent sprechen von Genozid und Terror. Nur drei Prozent erkennen eine Einmischung des Westens. Mehr als ein Viertel der Befragten halten es für ziemlich wahrscheinlich, dass es zwischen Russland und der Ukraine zu einem Krieg kommt (vor drei Monaten waren es nur 17 Prozent). Weitere zehn Prozent sind der Ansicht, dass sich bereits um einen Krieg handelt.

    WZIOM-Chef Waleri Fjodorow hält den Umstand, dass immer mehr Russen die Ereignisse in der Ukraine als Bürgerkrieg bezeichnen, für eine auffällige Tendenz. Der brüchige Waffenstillstand ist in eine neue Phase getreten – in die Eskalation des Konfliktes, weshalb zunehmend mehr Russen von einem möglichen Krieg sprechen. „Die Hoffnungen auf die Minsker Vereinbarungen sind geplatzt, es hat nicht geklappt, den Konflikt einzufrieren, die Wahrscheinlichkeit eines Krieges ist gestiegen“, so Fjodorow.

    Das Mitglied des GUS-Ausschusses in der russischen Staatsduma (Parlamentsunterhaus), Robert Schlegel ist der Ansicht, dass das Vorgehen des ukrainischen Militärs im Donezbecken äußerst negative Reaktionen bei den Russen auslösen. Bei der Wahrscheinlichkeit eines Krieges gehe es um die Einschätzung von allgemein negativen Berichten von der Lage in der Ukraine. In der Ukraine sei bereits ein Bürgerkrieg im Gange. Der Grund dafür sei, dass die neue ukrainische Regierung nach dem bewaffneten Staatsstreich es nicht für nötig halte, mit den Einwohnern des Südostens der Ukraine zu sprechen, so der Abgeordnete.

    Laut dem Politologen Alexej Muchin deuten die Äußerungen der ukrainischen Regierung auf einen Krieg hin. Kiew spreche bereits von einem Krieg mit Russland, halte Russland für einen Aggressor und leiste den Rechtsradikalen Vorschub. „Es kommen soziale Instinkte zum Tragen. Die Menschen reagieren auf diese Herausforderungen und Signale, wobei die Möglichkeit eines Krieges nicht mit dem Brudervolk, sondern mit den radikalen Erscheinungen der ukrainischen Behörden zugelassen wird“, so der Experte.

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    Tags:
    GUS, WZIOM, Robert Schlegel, Alexej Muchin, Waleri Fjodorow, Ukraine, Russland