12:45 07 Dezember 2019
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    Treffen der Außenminister Russlands, Chinas und Indiens

    Moskau sucht Verbündete im Osten

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    In Peking haben sich am Montag die Außenminister Russlands, Chinas und Indiens getroffen. Sergej Lawrow, Wang Yi und Sushma Swaraj sprachen über Stabilitäts- und Sicherheitsprobleme, schreibt die „Nesawissimaja Gaseta“ am Dienstag.

    Laut chinesischen Diplomaten liegen die Positionen der Seiten nahe beieinander. Für Russland ist vor allem Chinas und Indiens Herangehen bei der Ukraine-Krise wichtig. Experten rechnen jedoch kaum damit, dass Peking und Neu Delhi Russland völlig unterstützen werden. Doch die Dreier-Verhandlungen haben gezeigt, dass Washington es nicht geschafft hat, Russland zu isolieren.

    Es war das 13. Treffen der Außenminister Russlands, Chinas und Indiens. Diese Treffen hatten bislang kaum großes Aufsehen in den Medien erregt. Die Außenminister sprachen meist über gemeinsame Projekte in den Bereichen Energie, Landwirtschaft, Verkehr, Kooperation bei Naturkatastrophen, Epidemien, Hilfeleistung bei Notständen. Doch in diesem Jahr ist das Treffen von besonderer Bedeutung. Der Grund liegt auf der Hand — die Versuche Washingtons, Russlands Wirtschaft zu schaden und es international zu isolieren.

    Wie der russische Außenminister Sergej Lawrow nach dem Treffen betonte, gab es ein inhaltsreiches Gespräch zu mehreren internationalen und regionalen Fragen. Die Seiten unterstrichen die Notwendigkeit, eine weitere Eskalation in der Ukraine zu verhindern. Zudem vereinbarten Russland, Indien und China, ihre UN-Vertretungen besser miteinander zu koordinieren.

    Laut dem Fernostexperten Alexander Larin befindet sich Russland in einer schwierigen Lage, es ist fast isoliert. Deswegen sei die Teilnahme an internationalen Foren, darunter mit wichtigen Teilnehmern wie China und Indien wichtig. Das zeige, dass Russland nicht komplett isoliert sei, was beim Widerstand gegen die Versuche helfe, Russland zu schwächen.

    Chinesischen Diplomaten zufolge erweitern die dreiseitigen Verhandlungen den BRICS-Mechanismus (Brasilien, Russland, Indien, China, Südafrika). Dem Experten Larin zufolge zählt  Russland die BRICS-Länder zu seinen Freunden. Es sei kaum zu erwarten, dass China und Indien Russland bei der Ukraine-Krise völlig unterstützen werden. Doch ihre Position könnte nützlich bei der Entspannung sein. Sie könnten sich mit dem Bestreben Russlands solidarisieren, die Militäraktionen in der Ukraine zu stoppen.

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    Tags:
    BRICS, Alexander Larin, Sergej Lawrow, China, Indien, Russland