06:39 25 Januar 2020
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    Krisenstimmung in Russlands Wirtschaft (146)
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    Nach einer Studie der Schweizer Bank Credit Suisse könnten Russlands Gold- und Devisenreserven zum Ende dieses Jahres auf 190 Milliarden US-Dollar zusammenschmelzen, schreibt die „RBC“ am Freitag.

    Laut den Analysten der Bank stellen die Investoren die Kreditwürdigkeit Russlands wegen der anhaltenden Wirtschaftskrise, des Absturzes der Ölpreise und des fehlenden Zugangs zu internationalen Kapitalmärkten in Frage.

    Russland stehe im Grunde vor einer US-Dollar-Liquiditätskrise. Die internationalen Reserven werden wohl die wichtigste Devisenquelle. Das Risiko der Zahlungsunfähigkeit hängt in diesem Fall vom Verhältnis der Einbußen durch die niedrigen Ölpreise und die Sanktionen zu den Währungsreserven ab, so die Analysten von Credit Suisse.

    Laut dem Basisszenario sollen die Gold- und Devisenreserven Russlands Ende dieses Jahres bei 300 Milliarden US-Dollar liegen (Ende 2014 waren es 385 Milliarden US-Dollar). Doch es besteht das große Risiko, dass die Reserven noch schneller schrumpfen – wegen eines größeren Kapitalabflusses bzw. Interventionen am Devisenmarkt. Jeder Rückgang der Reserven, der nicht mit der Tilgung der Außenschulden zusammenhängt, verstärkt die Angst, dass Russland einer Zahlungsunfähigkeit entgegensteuert.

    Die Gold- und Währungsreserven werden durch den stärkeren Kapitalabfluss, zu dem es bei einer weiteren Verschärfung der Sanktionen kommen kann, sowie eine hohe Inflationsrate bedroht, bei der eine weitere Rubel-Schwächung kritisch sein wird und die Zentralbank intervenieren muss.

    Ein weiterer Faktor für einen möglichen Rückgang der Gold- und Währungsreserven seien die rückläufigen Einnahmen aus dem Exportgeschäft. Bei einem negativen Szenario, das einen Kapitalabfluss von 160 Milliarden US-Dollar (2014 waren es 150 Milliarden US-Dollar) und Einnahmenverluste im Exportgeschäft von 30 Milliarden US-Dollar beinhaltet, können die Gold- und Währungsreserven Ende 2015 auf 190 Milliarden US-Dollar schrumpfen. Der Reserven-Rückgang könnte zur Wiederaufnahme der Diskussionen über die lockeren Regulierungen bei der Kapitalbewegung führen, darunter die Einführung eines Moratoriums auf die Tilgung der Außenschulden des privaten Sektors.

    Am 9. Januar hatte die Ratingagentur Fitch die Kreditwürdigkeit Russlands wegen des rasanten Rückgangs der Reserven herabgestuft. Den Fitch-Analysten zufolge wird dieser Trend weiter anhalten. Zudem rechnet die Agentur damit, dass die Reserven auf etwa 315 Milliarden US-Dollar Ende 2015 schrumpfen werden.

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    Dollar, Rubel, Credit Suisse, Fitch Ratings, Russland