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    Sinkende Erdölpreise

    Schieferöl-Boom: USA steigen zum weltgrößten Ölförderer auf

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    Laut einer mittelfristigen Prognose der Internationalen Energieagentur (IEA) bis 2020, sind die USA 2014 zum weltgrößten Ölproduzenten aufgestiegen, schreibt die Zeitung „Wedomosti“ am Mittwoch.

    Die USA steigerten im vergangenen Jahr die tägliche Fördermenge um 1,5 Millionen Barrel auf 11,81 Millionen. Russland kommt auf 10,93 Millionen. Saudi-Arabien liegt nach wie vor auf Platz drei. Die Internationale Energieagentur berücksichtigt nicht das Gaskondensat, das rund 15 Prozent der gesamten Fördermenge der OPEC-Länder ausmacht.

    In der nächsten Zeit wird der Abstand zwischen dem Spitzenreiter und den Verfolgern noch weiter wachsen. Der Anstieg der Fördermenge der USA wird vor allem auf Schieferöl entfallen. Während im vergangenen Jahr täglich 3,6 Millionen Barrel gefördert wurden, wird bis 2020 eine Tagesmenge von 5,2 Millionen erwartet. Diese Entwicklung werde jedoch durch hohe Kreditbelastung der US-Ölunternehmen bedroht, weshalb ihr Zugang zu Finanzressourcen begrenzt sein könne, heißt es im Bericht.

    Der Ölpreisrückgang im vergangenen Jahr war eine Art Test für die Schieferölproduzenten. Bei einem Selbstkostenpreis von 50 US-Dollar machen nur 40 Prozent der Produzenten keine Verluste. Die niedrigen Ölpreise bewegen die Produzenten dazu, Ausgaben zu kürzen und die Effizienz zu erhöhen. Einige Ölunternehmen begannen hingegen, in die Erkundung großer Schieferölvorkommen wie Eagle Ford und Bakken zu investieren.

    Zu den Herausforderungen, auf die Russland im vergangenen Jahr stieß, gehören, neben den sinkenden Ölpreisen, die westlichen Sanktionen und der Rubel-Absturz. Zusammen mit der sinkenden Ölförderung auf den traditionellen Vorkommen würde das zur Senkung der durchschnittlichen Tagesförderung um 560.000 Barrel zum Jahr 2020 führen. Vor einem Jahr hatte IEA noch mit einem Wachstum von 200.000 Barrel gerechnet.

    Doch selbst ungeachtet der Sanktionen ist die Situation für die russischen Öl- und Gasunternehmen schwer vorauszusagen. Die ständigen Änderungen der Steuerregeln, intransparente Regulierungen sowie die drohende Übernahme der Unternehmen durch den Staat machen die Investitionen sehr riskant.

    Das russische Energieministerium erwartet einen Rückgang der Ölförderung um 0,6 Prozent in diesem Jahr. Vizepremier Arkadi Dworkowitsch sprach von einer möglichen Aufrechterhaltung der Ölförderung auf dem Niveau von 2014 bei „vernünftigen“ Ölpreisen von 50 bis 60 US-Dollar. Die Ölpreise stiegen Mitte Januar auf mehr als 50 US-Dollar. Am Dienstag lag der Ölpreis bei rund 57 US-Dollar.

    Rosneft und Lukoil erwarten in diesem Jahr Fördermengen auf Vorjahresniveau. Lukoil-Vizechef Leonid Fedun warnte jedoch im November vor einem Rückgang von fünf bis sieben Prozent in den nächsten Jahren, falls die Sanktionen und die niedrigen Preise bestehen bleiben würden.

    Laut dem Analysten von Sberbank CIB, Valeri Nesterow, war der Aufstieg der USA zum Spitzenreiter vorhersehbar. In den kommenden fünf Jahren werde der Abstand zwischen den USA und Russland wachsen. Doch auch in Russland würden die Fördermengen steigen. 2017 könnten sie bei mehr als elf Millionen Barrel pro Tag liegen. In diesem Jahr werde die Ölförderung in den USA wegen der neuen Bohrinsel rasant steigen. 2016 werde das Tempo nachlassen. Nach Nordamerika verfüge Russland über die größten Schieferölvorräte, so der Experte.

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    Tags:
    Erdöl, Rosneft, LUKoil, OPEC, Internationale Energieagentur (IEA), USA