08:50 29 März 2020
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    Zum ersten Mal im Zuge der Ukraine-Krise hat ein hochgestellter russischer Militär eingeräumt, dass vor einem Jahr auf der Krim Technologien eines Hybrid-Krieges eingesetzt worden seien, schreibt die „Nesawissimaja Gaseta“ am Freitag.

    „Es ist kein Geheimnis, dass die US-Amerikaner unsere Handlungen in der Zeit vom Februar bis Juli 2014 jetzt detailliert analysieren, als unsere Truppen ohne einen einzigen Schuss die Aufgabe auf der Krim erfüllten, die später als neuer Hybrid-Krieg bezeichnet wurde“, sagte Generalleutnant Oleg Makarewitsch am Mittwoch.

    Makarewitsch leitet seit mehr als sechs Monaten das Übungs- und Wissenschaftszentrum der Bodentruppen, das seit kurzem wieder Allgemeine Militärakademie der Russischen Streitkräfte heißt. Makarewitsch hielt am Mittwoch einen Vortrag bei einer Sitzung der Kommission des Gesellschaftsrats beim russischen Verteidigungsministerium, bei der über die Ausbildung von Offizieren gesprochen wurde.

    „Es hat eine neue Ära der Informations-, politischen wirtschaftlichen und bewaffneten Konfrontation begonnen, was eine Gegenreaktion auf diese Prozesse, darunter bei der Entwicklung der Hochschulausbildung, vorsieht“, sagte der Leiter der Akademie.

    Er verheimlichte nicht, dass in der Akademie moderne Kriege, darunter Hybrid-Kriege, analysiert werden. Auch der Westen interessiert sich für dieses Thema.

    „Was unsere wahrscheinlichen Gegner betrifft, wird dieser Aspekt in der Nato und in den USA detailliert analysiert. In Bezug auf die so genannten Hybrid-Kriege hielten sie bereits mehrere Wissenschaftskonferenzen zu diesem Thema ab“, so Makarewitsch.

    Dass Hybrid-Kriege die Nato-Generäle beunruhigen, wurde während der Münchner Sicherheitskonferenz in der vergangenen Woche klar. Lettlands Regierungschefin Laimdota Straujuma spricht sogar von „Elementen des russischen Hybrid-Krieges“. Auch das Internationale Institut für strategische Studien in London kommt in seinem Bericht zum Schluss, dass sich die Nato auf einen Hybrid-Krieg vorbereiten sollte, weil Russland in der Ukraine unkonventionelle Technologien u.a. nutzt.

    Ausgehend von den Diskussionen bei der Münchner Sicherheitskonferenz wird der Hybrid-Krieg als Nutzung effektiver nichtmilitärischer Mittel (Propaganda in den Medien, wirtschaftliche, sozialpolitische und Energie-Instrumente, Cyberangriffe) in Verbindung mit verdeckten, aber effektiven militärischen und Partisanen-Maßnahmen durch einen Staat bei einem zwischenstaatlichen Konflikt bezeichnet. Der Erfolg des Hybrid-Kriegs auf der Krim ist auf den ethnischen und religiösen (orthodoxen) Faktor zurückzuführen. Der Hybrid-Krieg hätte keinen Erfolg gehabt, hätten auf der Halbinsel vor allem Krim-Tataren gewohnt.

    Die russischen Militärexperten haben das Wichtigste verstanden – in den Gebieten, wo vor allem Russen leben, wird es Erfolg geben. Premierministerin Straujuma fürchtet sich nicht vor einem Eroberungsfeld Moskaus, sondern vor der Tatsache, dass ein großer Teil der Bevölkerung Lettlands rechtlose russischsprachige Einwohner sind. Diese Menschen erwarten Unterstützung durch Moskau und wollen bessere Lebensbedingungen.

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    Tags:
    Hybrid-Krieg, Münchner Sicherheitskonferenz 2015, NATO, Militärakademie der Russischen Streitkräfte, Übungs- und Wissenschaftszentrum der Bodentruppen Russlands, Oleg Makarewitsch, Laimdota Straujuma, USA, Russland, Lettland