03:40 18 Oktober 2018
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    Geistlicher Oberhaupt Irans Ajatollah Ali ChameneiUS-Präsident Barack Obama

    Post für den Ajatollah: Obama soll im Briefwechsel mit Chamenei stehen

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    Nowyje Iswestija
    Atomstreit mit Iran (1447)
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    US-amerikanische Medien haben herausgefunden, dass US-Präsident Barack Obama seit geraumer Zeit einen geheimen Briefwechsel mit dem geistlichen Oberhaupt des Irans, Ajatollah Ali Chamenei, führt, schreibt die Zeitung „Nowyje Iswestija“ am Montag.

    Dass Chamenei vor mehreren Wochen einen Brief an Obama geschrieben hatte, berichtete das „Wall Street Journal“ unter Berufung auf einen iranischen Diplomaten, dessen Name nicht genannt wurde. Der Brief sei in einem respektvollen Ton verfasst worden. Es sei eine Art verspätete Antwort auf Obamas Botschaft im Oktober 2014 gewesen. Damals forderte der US-Präsident das geistliche Oberhaupt zum gemeinsamen Kampf gegen die Terrorgruppierung Islamischer Staat auf, falls eine Einigung über das iranische Atomprogramm erreicht wird.

    Der Briefwechsel zwischen Obama und Chamenei wurde weder in Washington noch in Teheran bestätigt. Es gibt allerdings indirekte Beweise dafür, dass die anonyme Quelle der US-Zeitung die Wahrheit sagte. Jedenfalls war auch früher behauptet worden, dass Obama und Chamenei miteinander kommuniziert hätten. Entsprechende Äußerungen machte der Sekretär des iranischen Sicherheitsrats, Ali Schamchani, im November 2014 in einem Interview für die Webseite Al Monitor. Auch der frühere US-Verteidigungsminister Robert Gates berichtete in seinen Memoiren von einem Briefwechsel zwischen Obama und Chamenei.

    Der Experte des Zentrums für den Mittleren und Nahen Osten am russischen Institut für Orientalistik, Wladimir Saschin, nannte den Briefwechsel zwischen den Spitzenpolitikern „eine extraordinäre Tatsache“, hält ihn allerdings für logisch. Denn seit der Wahl Hassan Rouhanis zum iranischen Präsidenten im Sommer 2013 bemüht sich Teheran um die Aufhebung der internationalen Sanktionen, weil sie der iranischen Wirtschaft sehr schaden. „Dafür muss aber das iranische Atomproblem gelöst werden“, so der Experte. „Obwohl die Verhandlungen im multilateralen Format verlaufen, versteht man in Teheran, dass ohne eine Verbesserung der Beziehungen mit den USA richtige Fortschritte bei den Sechser-Verhandlungen unwahrscheinlich sind.“

    Chamenei hat unlängst gesagt, er könnte bei den Atom-Verhandlungen gewisse Kompromisse akzeptieren, und lobte die vorläufigen Fortschritte. Die neue Deadline bei den Verhandlungen rückt immer näher. Im Westen fürchtet man, dass Teherans Nuklearprogramm die Entwicklung von Atomwaffen zum Ziel hat. Die Iraner beteuern, dabei nur friedliche Absichten zu haben.

    Die größte Streitfrage ist die Zahl der Zentrifugen. Die Iraner behaupten, etwa 200.000 Zentrifugen zu benötigen, während die Amerikaner deren Zahl auf 5.000 beschränken wollen. Die Verhandlungen hätten im November 2013 abgeschlossen werden sollen. Jetzt müsste bis 31. März ein Kompromiss gefunden werden. Das endgültige Abkommen über Irans Atomprogramm soll bis 30. Juni unterzeichnet werden.

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    Briefwechsel, Hassan Rohani, Barack Obama, Ali Schamchani, Wladimir Saschin, Robert Gates, Ajatollah Ali Chamenei, USA, Iran