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22:44 20 September 2019
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    Zyperns Präsident Nikos Anastasiadis

    Zypern öffnet sich russischen Streitkräften

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    Russland festigt seine Position im Mittelmeerraum, schreibt die "Nesawissimaja Gaseta" am Mittwoch.

    Während seines gestern begonnenen Moskau-Besuchs wurde dem zyprischen Präsidenten Nikos Anastasiadis zufolge unter anderem der Ausbau der militärpolitischen Kontakte mit Russland besprochen.

    Zuvor hatte der russische Präsident bei seinem jüngsten Besuch in Ägypten ein engeres militärisches Zusammenwirken mit diesem Land vereinbart. Auch mit Griechenland könnte in absehbarer Zeit ein entsprechendes Abkommen unterzeichnet werden.

    Präsident Anastasiadis zufolge wird es für russische Kriegsschiffe und Kampfjets in Zukunft einfacher sein, in Zypern anzulegen bzw. zu landen. Ein russischer Militärstützpunkt auf der Insel komme jedoch nicht infrage. Nach seinen Worten führen die Seiten einen Dialog über das Zusammenwirken in Krisensituationen und bei humanitären Operationen. Dabei stünden den Russen der Luftwaffenstützpunkt „Andreas Papandreou“ bei Pathos und der Hafen Limassol zur Verfügung.

    Diese „halbmilitärischen“ entgegenkommenden Schritte Zyperns wären sehr günstig für Moskau, das seit mehr als zwei Jahren einen Schiffsverband im Mittelmeer hat (laut dem russischen Verteidigungsministerium handelt es sich aktuell um zehn Kriegsschiffe). Künftig dürfen die russischen Streitkräfte nicht nur den syrischen Hafen Tartus, sondern auch den zyprischen Hafen Limassol nutzen.

    In Nikosia macht man kein Hehl daraus, dass die zyprische Regierung unter dem Druck der USA und der Nato den Russen bislang immer die Verpachtung von Militärobjekten verweigert hatte. 2013 hatte Moskau aber die Umschichtung der zyprischen Schulden in Höhe von 2,5 Milliarden Euro akzeptiert. Aus diesem Grund musste Nikosia nun entgegenkommen.

    In welcher Form Russland den Luftwaffenstützpunkt „Andreas Papandreou“ nutzen kann, steht noch nicht fest. Experten zufolge könnte dort ein Kampfjetverband stationiert werden, der etwa die Größe des britischen Verbands auf der Insel (20 bis 25 Maschinen) hätte.

    Russische und auch westliche Analysten sind überzeugt, dass Russlands Präsenz auf Zypern nicht nur militärische, sondern auch wirtschaftliche Gründe hat. Denn im Levantischen Meer (östlicher Teil des Mittelmeeres) wurden vor kurzem riesige Erdgasvorkommen entdeckt. An ihrer Erschließung sind Israel, der Libanon, Zypern, die Türkei und Syrien interessiert.

    Nicht auszuschließen ist auch, dass Moskau wegen seiner Rohstoffprojekte in Europa seine Militärkontakte mit Griechenland ausweiten will. Laut griechischen Medienberichten hat sich Verteidigungsminister Panos Kammenos mit dem russischen Botschafter in Athen, Andrej Maslow, getroffen. Dabei seien „die Möglichkeiten zum strategischen Zusammenwirken und zur Organisation des Jahres der griechisch-russischen Freundschaft“ 2016 besprochen worden. „Ich bin vom russischen Verteidigungsminister eingeladen worden, in der nächsten Zeit Moskau zu besuchen“, teilte Kammenos nach dem Treffen mit.

    Griechenland ist EU- und Nato-Mitglied, hat aber bekanntlich große Probleme, bei deren Lösung Russland helfen könnte. Die Intensivierung der Militärkontakte mit Athen gibt Moskau die Chance, die mit der Aufstellung von neuen Nato-Stützpunkten in Osteuropa verbundenen Gefahren zu kompensieren.

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    Tags:
    EU, NATO, Nikos Anastasiadis, Moskau, Ägypten, Zypern, Türkei, Griechenland, Syrien