15:12 17 Juni 2019
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    Abzug schwerer Waffen in der Ukraine

    Ostukraine: Milizen starten Abzug schwerer Waffen

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    Die Milizen der Volksrepubliken Donezk und Lugansk haben am Dienstag den Rückzug schwerer Waffen und die Bereitschaft angekündigt, weitere in Minsk im Normandie-Format erreichten Vereinbarungen zu erfüllen, schreibt die Zeitung „Kommersant“ am Mittwoch.

    „Heute wird Rohrartillerie zurückgezogen – 96 Einheiten. Die reaktive Artillerie wird an einem anderen Tag zurückgezogen“, sagte der stellvertretende Kommandeur der Armee der Volksrepublik Donezk, Eduard Bassurin. Jeden Tag soll ein Waffentyp zurückgezogen werden. Der Verteidigungsminister der Volksrepublik Donezk, Wladimir Kononow, versprach der OSZE-Mission, Videos als Beweise bereitzustellen. Der Sprecher der OSZE-Mission, Michael Bociurkiw hatte zuvor mitgeteilt, dass die OSZE den Rückzug der Waffen nicht bestätigen könne.

    Auch die Behörden der Volksrepublik Lugansk kündigten am Dienstag den Beginn des Artillerierückzugs aus Debalzewo an. Der stellvertretende Kommandeur der Volksmiliz in Lugansk, Witali Kisseljow, sicherte zu, dass der Abzug der schweren reaktiven und Rohrartillerie in den kommenden Tagen abgeschlossen werde. Die Vertreter der selbst ernannten Volksrepubliken versprachen, sich an die Vereinbarungen von Minsk zu halten. In der Volksrepublik Donezk wurde am Dienstag die Absicht bestätigt, die Gefangenen weiter auszutauschen. „Wir sind bereit, zu einem aktiveren Zusammenwirken überzugehen“, sagte der Chefunterhändler der Volksrepublik Donezk, Denis Puschilin. Ihm zufolge sollen Arbeitsgruppen im Rahmen der dreiseitigen Kontaktgruppe (Russland, die Ukraine, OSZE) zur Umsetzung der Minsker Vereinbarungen eingerichtet werden.

    Inzwischen soll in den Volksrepubliken allmählich der Frieden zurückkehren. Am Dienstag wurde berichtet, dass das Mobilfunknetz in Debalzewo wieder funktioniere. Laut dem Verkehrsminister der Volksrepublik Lugansk, Alexander Tschumatschenko, wurden bereits zeitweilige Fahrzeugbriefe und Führerscheine angefertigt, mit denen die Fahrer in den Volksrepubliken Lugansk und Donezk sowie in Russland auf die Straße dürfen.

    Kiew wirft den Aufständischen indes vor, weder die Minsker Vereinbarungen zu erfüllen noch den Beschuss und die Eroberung von Ortschaften gestoppt zu haben. „Es werden weiterhin verdeckt  Militärtechnik und Soldaten in Richtung Trennungslinie, vor allem in Richtung Mariupol, verlegt“, sagte der ukrainische Militärsprecher Andrej Lyssenko am Dienstag. Nach seinen Angaben haben die Aufständischen in dieser Woche die Ortschaften Pawlopol und Pischtschewik unter ihre Kontrolle gebracht.

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