21:51 16 November 2019
SNA Radio
    EU-Kommissionsvorsitzende Maros Sefcovic

    Europa schmiedet Energieunion

    © REUTERS / Ints Kalnins
    Zeitungen
    Zum Kurzlink
    Von
    0 1353
    Abonnieren

    Die EU-Kommission hat am Mittwochabend die Strategie zur Bildung der Energieunion gebilligt, schreibt die Zeitung „Nowyje Iswestija“ am Freitag.

    Wie der stellvertretende EU-Kommissionsvorsitzende Maros Sefcovic betonte, ist die Bereitstellung optimaler Energiepreise für die europäischen Verbraucher die wichtigste Aufgabe der Energieunion.

    „Die Energiepreise sind das Kriterium, auf dessen Grundlage das europäische Geschäft und private Verbraucher die Effizienz der Schaffung der Energieunion bewerten werden.“

    In der Strategie ist vorgesehen, dass die EU-Länder die künftigen Verträge über Energieträgerkäufe mit der EU-Kommission abstimmen sollen, insbesondere wenn es um Gas geht. Das bedeutet de facto, dass die Beschlüsse nicht von den EU-Ländern ausgehend von ihren Wirtschaftsinteressen, sondern von der EU-Kommission getroffen werden. Die EU verheimlicht nicht die Tatsache, dass eine der wichtigsten Aufgaben der Energieunion der Abbau der Abhängigkeit von den russischen Gaslieferungen ist.

    Laut dem russischen Energieexperten Sergej Kondratjew versucht die EU-Kommission die europäischen Verbraucher in einem Pool zu vereinigen. In der Zukunft könnte dies zu einem ernsthaften Problem für Gazprom werden. Für jeden sollen gleiche Bedingungen geschaffen werden. Bei Gazprom liege der Preisunterschied für europäische Abnehmer zwischen 20 und 30 Prozent, so der Experte.

    Kondratjew zufolge müssen die Lieferanten wegen der Energieunion nach neuen Absatzmärkten suchen. Bekannt sei, dass Gazprom nach neuen Abnehmern im Osten suche. Der russische Konzern habe einen Vertrag mit China zur Lieferung von 38 Milliarden Kubikmeter Gas pro Jahr mit einer Laufzeit von 30 Jahren geschlossen. Jetzt werde über einen zweiten Vertrag für 30 Millionen Kubikmeter verhandelt.

    Europa strebt eine Diversifizierung der Energiequellen an. Laut Sefcovic will die EU Gas aus Aserbaidschan und Turkmenistan beziehen und die Lieferungen von Flüssiggas aus Algerien erhöhen, um ihre Abhängigkeit vom russischen Gas zu senken.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren

    Zum Thema:

    Polen will nach Schiefergas-Debakel EU-Energieunion gegen Russland
    EU schmiedet Energiebündnis gegen Russland
    Tags:
    Energieunion, Energiebereich, Erdgas, Gazprom, EU-Kommission, EU, Sergej Kondratjew, Maroš Šefčovič, China, Russland