21:50 29 Oktober 2020
SNA Radio
    Zeitungen
    Zum Kurzlink
    Von
    Krisenstimmung in Russlands Wirtschaft (146)
    0 568
    Abonnieren

    Die Währungen von fünf postsowjetischen Ländern haben in den vergangenen zwei Monaten laut einem Bloomberg-Bericht heftige Kursbewegungen verzeichnet. Die Gründe dafür sind den Experten zufolge die Wirtschaftskrise in Russland und die Abhängigkeit vom Rubel, schreibt die Zeitung „Nowyje Iswestija“.

    Die Währungen von fünf postsowjetischen Ländern haben in den vergangenen zwei Monaten laut einem Bloomberg-Bericht heftige Kursbewegungen verzeichnet. Die Gründe dafür sind den Experten zufolge die Wirtschaftskrise in Russland und die Abhängigkeit vom Rubel, schreibt die Zeitung „Nowyje Iswestija“.

    Deutliche Kursverluste verzeichnet die ukrainische Griwna. Die ukrainische Währung ist gegenüber dem US-Dollar um weitere elf Prozent gefallen. Die Nationalbank in Kiew hat die Kapitalbewegungen verstärkt unter Kontrolle genommen, um den Wechselkurs zu stabilisieren. Sie untersagte den Banken, Kredite in Griwna zum Kauf von ausländischen Währungen zu vergeben. Das brachte bis dato jedoch nicht das gewünschte Ergebnis. Die Griwna verliert weiter an Wert. Die massive Abwertung hängt damit zusammen, dass viele Firmen und Bürger in der Ukraine ihr Erspartes retten wollen und deshalb US-Dollar aktiv kaufen.

    Zwar nicht so heftig, aber auch in Moldawien, Georgien und Aserbaidschan ist eine Talfahrt der Nationalwährungen zu beobachten. Während der vergangenen Woche verlor der moldawische Leu gegenüber dem US-Dollar mehr an Wert als im gesamten Jahr 2014. Der Währungsverfall wurde vom strukturellen Ungleichgewicht in der Wirtschaft Moldawiens provoziert. Im vergangenen Jahr hat Moldawien Waren im Wert von 2,34 Mrd. US-Dollar exportiert, während mehr als das Zweifache — im Wert von 5,32 Mrd. US-Dollar —  importiert wurde. Die Diskrepanz wird traditionell durch Geldüberweisungen von Arbeitsmigranten ausgeglichen. Im vierten Quartal 2014 sind die Geldüberweisungen nach Moldawien jedoch um 20 Prozent gesunken. Auf Russland entfielen 62 Prozent aller Überweisungen, deshalb wirkte sich die Abwertung des Rubels auf den Leu aus.
    Der aserbaidschanische Manat fiel, weil die wichtigste Einnahmequelle im Staatshaushalt der Erdöl-Export ist. Ab 2011 koppelte Aserbaidschan seine Währung an den US-Dollar, aber als der Preis für das Erdöl fiel, wurde die Abwicklung in US-Dollar zu teuer.

    Russen glauben an Rubel
    © Fotolia / Alexey Belikov
    Auch in Georgien verlor die Währung wegen des Rückgangs der Exporte in die Ukraine an Wert. Die Ukraine wurde ein wichtiger Handelspartner für Georgien, als ihre Beziehungen mit Russland schlechter wurden. Im vergangenen Jahr fiel der Export von georgischen Waren in die Ukraine wegen bekannter geopolitischer Ereignisse auf etwa das Doppelte.

    Weißrussland als engster Verbündeter Russlands hängt vollkommen vom Import der Energieträger aus Moskau — allerdings zu einem sehr niedrigen Preis ab. Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass es mehr als andere postsowjetische Länder (außer der Ukraine) unter der Abwertung der russischen Währung leidet. Bis die postsowjetischen Länder wirtschaftlich kooperieren werden (auch die Länder, die gegenüber Moskau nicht besonders freundlich sind), sind derartige Währungskrisen unvermeidlich, heißt es in dem Bericht der Wirtschaftsnachrichtenagentur Bloomberg.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Sputnik kommentierenvia Facebook kommentieren
    Themen:
    Krisenstimmung in Russlands Wirtschaft (146)

    Zum Thema:

    Trotz Krise: Russland baut Auslandsschulden ab
    Notenbank: Rubel erreicht Talsohle – Wechselkurs stabilisiert sich bald
    Fazit 2014: Rubel-Verfall trotz massiver Interventionen von Zentralbank
    Rubel am Jahresende 2014 auf Tiefstand
    Tags:
    Export, Erdöl, Griwna, Rubel, Russland, Weißrussland, Moskau, Ukraine, Aserbaidschan, Georgien, Moldawien