Widgets Magazine
09:11 24 Juli 2019
SNA Radio
    Mord an Boris NemzowMord an Boris Nemzow

    Nemzow-Attentat: Provokation gegen Russland

    © REUTERS / Sergei Karpukhin © Sputnik /
    1 / 2
    Zeitungen
    Zum Kurzlink
    Rossijskaja Gaseta
    Politiker Boris Nemzow in Moskau getötet (37)
    0 16714

    Viele namhafte Politiker in Russland sehen hinter dem Mord an den Oppositionellen Boris Nemzow eine Provokation, schreibt die „Rossijskaja Gaseta“ am Montag.

    Der russische Präsident Wladimir Putin sicherte zu, dass alles getan werde, damit die Täter und die Organisatoren des „gemeinen und zynischen“ Mordes an Nemzow die Strafe bekommen, die sie verdienen. „Boris Nemzow hat seine Spur in der Geschichte Russlands hinterlassen, in der Politik und im gesellschaftlichen Leben. Ihm fiel es zu, auf bedeutenden Posten in einer schwierigen Übergangszeit für unser Land zu arbeiten“, schrieb Putin am Samstag in einen Telegramm an die Mutter Nemzows.

    „Wir alle warten auf eine schnelle, professionelle Untersuchung und die gerichtliche Verurteilung aller Verbrecher. Ich bin davon überzeugt, dass sie um eine Vergeltung nicht umhin kommen werden“, sagte der Vorsitzende der russischen Staatsduma (Parlamentsunterhaus), Sergej Naryschkin. Der Mordanschlag auf Nemzow sei eine Herausforderung für den Staat und die Gesellschaft.

    Der Vizevorsitzende der Staatsduma und Fraktionschef der Kreml-Partei Geeintes Russland, Wladimir Wassiljew, zweifelt nicht daran, dass der Mordfall Boris Nemzow aufgedeckt wird. Der zynische Mord sei auf die Destabilisierung der Gesellschaft gerichtet.

    „Es gibt Kräfte, die an einer maximalen Zuspitzung der Situation interessiert sind“, sagte der Chef der Kommunistischen Partei, Gennadi Sjuganow. Die Tat müsse dringend untersucht werden. Das sei eine Provokation. Um großen Aufruhr zu schüren, seien „sakrale Opfer“ erforderlich. Mit Provokationen sind weltweit viele Krisen losgetreten worden.

    Auch der Chef der Partei „Gerechtes Russland“, Sergej Mironow, ist der Ansicht, dass es sich um eine Provokation handelt. Sie sei von denjenigen organisiert worden, die die Situation in Russland zuspitzen und destabilisieren wollen. In der Ukraine habe sich die Lage nach den blutigen Maidan-Ereignissen zugespitzt, das Szenario sei also bekannt, so Mironow.

    Wie der Vizevorsitzende der Staatsduma, Igor Lebedew, von der Liberaldemokratischen Partei, betonte, zielt die Provokation darauf ab, die Beziehungen zum Westen eskalieren zu lassen. Der Vorsitzende des Komitees für internationale Angelegenheiten des Föderationsrats, Konstantin Kossatschow, äußerte die Hoffnung, dass die Opponenten im Ausland den Mord an Nemzow nicht als Anlass nutzen, den russischen Behörden eine Verfolgung der Opposition vorzuwerfen. Dafür gäbe es keinen Grund. Nemzow habe als regionaler Abgeordneter keine Restriktionen gehabt.

    Der deutsche Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier lobte die schnelle Reaktion der russischen Behörden: „Ich begrüße, dass der Kreml noch in der Nacht entschiedene Anstrengungen zur Aufklärung des Mords an Boris Nemzow angekündigt hat. Es besteht kein Zweifel: Die Urheber dieses Verbrechens müssen rasch gefasst und in einem transparenten und rechtsstaatlichen Verfahren zur Rechenschaft gezogen werden.“

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren
    Themen:
    Politiker Boris Nemzow in Moskau getötet (37)

    Zum Thema:

    Mord an Nemzow: Behörden setzen Belohnung für Hinweise auf Täter aus
    Nemzow-Mord: Zehntausende nahmen an Trauermarsch in Moskau teil
    Kadyrow: Nemzow-Mord von westlichen Geheimdiensten organisiert
    Gorbatschow: Ziel des Anschlags auf Nemzow war Destabilisierung Russlands
    Tags:
    Geeintes Russland, Wladimir Wassiljew, Sergej Mironow, Boris Nemzow, Frank-Walter Steinmeier, Wladimir Putin