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    Syrien-Konflikt: IS-Kämpfer schlagen gemäßigte Opposition zurück

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    Nesawissimaja Gaseta
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    Syriens gemäßigte Opposition bekommt die radikalen Islamisten nicht in den Griff, schreibt die russische Zeitung "Nesawissimaja Gaseta" am Dienstag.

    Vor kurzem verkündete die Führung der prowestlichen Gruppierung Harakat Hazzm ihre Auflösung. Zuvor hatte die al-Nusra-Front die Hazzm-Einheiten zerschlagen und ihren Hauptstab in Atarib (Provinz Aleppo) erobert. Dabei wurden etwa 60 Hazzm-Kämpfer getötet und weitere 70 gefangengenommen. Ihre Entscheidung begründeten die Hazzm-Kommandeure damit, ein weiteres Blutvergießen verhindern zu wollen.

    Zuvor waren 5000 Hazzm-Kämpfer von Washington mit Waffen versorgt worden, darunter  mit lenkbaren Anti-Panzer-Raketen des Typs TOW. Damit wollten die Amerikaner die Gegner des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad unterstützen. Den Radikalen aus der Terrororganisation Islamischer Staat (IS) gelangen aber in der Region große Erfolge. Deshalb musste sich Washington auf den Kampf gegen IS umstellen. „Unsere Feldkommandeure fühlen sich vom Westen im Stich gelassen“, beklagte sich ein Sprecher der Nationalen Koalition der syrischen Revolutions- und Oppositionskräfte. „Die gemäßigten Kräfte, die vom Westen unterstützt werden, haben keine Militärressourcen, um der al-Nusra-Front zu widerstehen.“

    Das stellt jedoch das neue Programm zur Aufrüstung der syrischen Rebellen im Kampf gegen den IS in Frage. Vorgesehen ist nämlich die Ausbildung von 1500 Kämpfern aus „zuverlässigen“ Gruppierungen, die von den USA bereits unterstützt werden. Pentagon-Sprecher John Kirby teilte mit, dass das Trainingsprogramm demnächst starte. Gruppen aus 200 bis 300 Kämpfern würden in der Türkei, in Katar und Saudi-Arabien ausgebildet. Ungefähr 1000 US-Soldaten sollen sie materiell und technisch unterstützen. Washington und Ankara haben bereits ein entsprechendes Abkommen unterzeichnet, damit die Kämpfer auf türkischem Boden ausgebildet werden können.

    „Während der gesamten Syrien-Krise werden verschiedene Gruppierungen ständig ausgetauscht“, sagte der Präsident des russischen Instituts für Religion und Politik, Alexander Ignatenko. „Die Gruppierung Harakat Hazzm wird nicht aufgelöst, sondern in die so genannte Levante-Front eingegliedert. Diese ständigen Rochaden, die sich schwer verfolgen lassen, haben häufig das Ziel, al-Qaida-Kämpfer unter anderen Namen zu tarnen. Möglicherweise ist das auch diesmal der Fall. Vielleicht werden den Amerikanern so genannte ‚gemäßigte‘ Islamisten untergeschoben, nach denen sie aktiv suchen. Aber ‚gemäßigte‘ Ismalisten gibt es nicht. Die Radikalen rechnen womöglich damit, dass die Amerikaner in ihren Trainingscamps in Jordanien und der Türkei Angehörige der Levante-Front ausbilden werden. Dann könnten die von den Amerikanern ausgebildeten Kämpfer auf der Seite der Islamisten kämpfen“, warnte der Experte.

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    Tags:
    Terrormiliz Daesh, Anti-Panzer-Raketen TOW, Al-Qaida, Alexander Ignatenko, Baschar al-Assad, USA, Katar, Türkei, Saudi-Arabien, Syrien