05:04 11 Dezember 2019
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    IS greift nach Ölfeldern in Libyen

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    Die Terrorgruppe „Islamischer Staat“ hat eine Offensive auf die größten Ölfelder in Libyen gestartet, schreibt die Zeitung „Kommersant“ am Freitag.

    Das libysche Staatsölunternehmen Noc teilte am Donnerstag mit, dass es die Sicherheit der Förderung auf elf Vorkommen nicht mehr gewährleisten könne und die heimische Ölwirtschaft demnächst komplett zum Erliegen komme.

    Nach den im Zentrum des Landes gelegenen Ölvorkommen greifen mehrere Kräfte — die Terrormiliz „Aufgang Libyens“, die auf der Seite der in Tripolis ansässigen Islamistenregierung kämpft, die Armee der anerkannten säkularen Regierung und mehrere islamistischen Gruppen, deren Anführer in letzter Zeit dem IS zunehmend ihre Treue schwören.

    Wegen der Gefechte ging die Ölförderung in Libyen um drei Viertel im Vergleich zu 2011 zurück, als die Nato-Einsatz gegen Muammar al-Gaddafi begann. Heute werden in Libyen nur 400.000 Barrel Öl pro Tag gefördert. Die Offensive der Islamisten trifft vor allem die westlichen Ölkonzerne – auf den Vorkommen al-Bahi, al-Dahra und al-Mabruk sind die französische Total und die amerikanischen Unternehmen Marathon Oil, Hess und ConocoPhillips im Joint Venture mit Libyen tätig. Die Infrastruktur in al-Mabruk, eines der größten Vorkommen in Libyen, auf dem früher rund 40.000 Barrel täglich gefördert wurden, wurde zum Teil schon zerstört.

    Die säkulare Regierung von Abdullah Abdurrahman al-Thani wandte sich am Donnerstag an den UN-Sicherheitsrat mit der Bitte, das 2011 verhängte Waffenembargo aufzuheben. Laut den libyschen Behörden brauchen sie Kampfjets und Panzer, um IS bekämpfen zu können. Viele Mitglieder des UN-Sicherheitsrats, darunter Russland, neigen zu Vorsicht in Bezug auf die Aufhebung des Waffenembargos und die Bewaffnung der libyschen Konfliktseiten. Zudem wurde die Regierung der nationalen Einheit immer noch nicht gebildet, über die in Algerien und Marokko unter UN-Vermittlung verhandelt wird. In Marokko begann am Donnerstag eine weitere Verhandlungsrunde. Angesichts der andauernden Kämpfe sind die Chancen jedoch äußerst gering.

    Über die Regelung der Situation in Libyen sprach am Donnerstag auch der in Moskau weilende italienische Regierungschefs Matteo Renzi. Ihm zufolge wird dieses Thema von den Großmächten unbegründet umgangen. Renzi rief Russland dazu auf, angesichts seiner guten Kontakte zu Ägypten bei der Regelung des Libyen-Konflikts zu helfen. Ägypten wurde nicht zufällig genannt. Kairo ist am stärksten in den Libyen-Konflikt involviert. Die ägyptischen Luftstreitkräfte flogen in den vergangenen Wochen etliche Angriffe auf die Stellungen der Islamisten. Doch Ägypten ruft auch andere Länder dazu auf, sich dem Kampf gegen den IS in Nordafrika anzuschließen.

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