09:53 05 April 2020
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    Nach dem Treffen der Bundeskanzlerin Angela Merkel mit der Präsidentin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Christine Lagarde, in Berlin ist klar, dass die Ukraine mehrere Milliarden Dollar vom Westen bekommt, schreibt die „Rossijskaja Gaseta“ am Donnerstag.

    Der IWF wird der Ukraine einen Kredit in Höhe von 17,5 Milliarden US-Dollar bereitstellen. Nach Ansicht von Merkel und Lagarde reicht diese Summe aus, um die Ukraine wiederaufzubauen.

    Das Kreditprogramm ist für vier Jahre angelegt. Lagarde betonte in Berlin, dass es auf eine möglichst schnelle Unterstützung der ukrainischen Wirtschaft gerichtet ist. Zudem müsse das Land mittelfristig umfassende Reformen umsetzen.

    Merkel zufolge hat die Ukraine die Bedingungen erfüllt, damit das Programm gestartet werden kann. Im ersten Jahr bekommt die Ukraine zehn Milliarden US-Dollar. Das im vergangenen Monat vorgestellte Hilfspaket soll die Finanzprogramme aus dem Vorjahr ersetzen, die sich als
    unwirksam erwiesen hatten.

    IWF hat seine kurzfristigen Projekte (Stand-By-Arrangement) in ein langfristiges Programm (Extended Fund Facility) umwandelt. Nach ihrem Treffen mit Merkel unterstrich Lagarde, dass die Ukraine damit mehr Flexibilität und Kredite zu leichteren Bedingungen bekommt. Die IWF-Chefin wies zudem darauf hin, dass weitere Finanzspritzen vorgesehen sind. Zudem will die ukrainische Regierung mit anderen Geldgebern verhandeln, um das Haushaltsdefizit abzubauen.

    Das neue Hilfsprogramm sieht neben den IWF-Krediten auch Finanzspritzen der führenden Länder der G7, EU und anderen Organisationen vor. Deutschland will zusätzlich 500 Millionen Euro für Sozial- und Wirtschaftsprogramme der Ukraine bereitstellen. Insgesamt soll Kiew von dem IWF, der EU, der Weltbank und anderen Spendern rund 40 Milliarden US-Dollar bekommen. Die Kredite sind auf die Stabilisierung der vor einem Staatsbankrott stehenden Ukraine gerichtet. Im Dezember hatte die deutsche Regierung ihre Unzufriedenheit wegen ausbleibender Reformen in der Ukraine geäußert. Diese Befürchtungen scheinen mittlerweile vergessen.

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    Tags:
    G7, EU, IWF, Christine Lagarde, Angela Merkel, Ukraine