Widgets Magazine
20:34 22 Juli 2019
SNA Radio
    Ukrainisches Militär

    Nach US-Absage: Kiew fordert tödliche Waffen von Europäern

    © REUTERS / Gleb Garanich
    Zeitungen
    Zum Kurzlink
    Nesawissimaja Gaseta
    Waffenlieferungen an Ukraine (115)
    0 4105

    Trotz aller diplomatischen Anstrengungen wird die Ukraine vorerst keine tödlichen Waffen von den USA bekommen, schreibt die „Nesawissimaja Gaseta“ am Freitag.

    Am Mittwochabend gab das Weiße Haus bekannt, die Ukraine zu unterstützen, allerdings nicht mit tödlichen Waffen. US-Vizepräsident Joe Biden erläuterte bei einem Telefongespräch mit dem ukrainischen Präsidenten Pjotr Poroschenko, welches Militärgerät geliefert werde. Nach Angaben des Pressedienstes des ukrainischen Präsidenten handelt es sich um „Drohnen, Kommunikationsmitteln, Radaranlagen zur Ortung von Minenwerfer- und Artilleriestellungen, Nachsichtgeräten im Gesamtwert von 75 Millionen US-Dollar sowie um die Lieferungen von 230 Militärfahrzeugen“

    Washington erklärte, warum man nicht auf die Bitte der Ukraine eingegangen war, tödliche Waffen zu liefern. „Die Lieferungen von tödlichen Waffen an die Ukraine hätten zu einem größeren Blutvergießen führen können, wir versuchen, dies zu verhindern“, sagte der Sprecher des Weißen Hauses, Josh Earnest. Barack Obama glaube nicht an eine militärische Lösung des Konfliktes im Donezbecken. Hätten die USA die Ukraine mit Waffen versorgt, würde Russland auf ähnliche Weise den Separatisten helfen, was zu einer Eskalation der Gewalt führen könnte, so Earnest.

    Derweil bereiten sich die Konfliktseiten auf neue Kämpfe im Donezbecken vor. Aus Kiew ist zunehmend häufiger zu hören, dass die selbst ernannten Volksrepubliken den vereinbarten Rückzug schwerer Waffen nur vortäuschen. Laut einer ukrainischen Quelle bewegen sich die schweren Rüstungen im Kreis und werden nicht abgezogen. Laut dem ukrainischen Außenminister Pawel Klimkin hat Kiew die schweren Waffen von der Front zurückgezogen. Nach Angaben des Oberhaupts der Volksrepublik Lugansk, Igor Plotnizki, wurden von der ukrainischen Armee rund 80 Prozent der schweren Rüstungen zurückgezogen, hauptsächlich altes Kriegsgerät, das repariert werden soll.

    Laut ukrainischen Experten könnten die selbst ernannten Republiken eine Offensive in mehreren Richtungen starten. Wie der Politologe Taras Beresowez betonte, könnte die Unentschlossenheit der USA bei den Waffenlieferungen die Aufständischen zu aktiveren Handlungen bewegen.

    Der stellvertretende Chef der Hauptverwaltung des Innenministeriums der Ukraine im Gebiet Donezk, Ilja Kiwa, bestätigte, dass eine neue gewaltsame Zuspitzung des Konflikts nicht zu verhindern ist. „Wir haben 20 Jahre lang unsere Armee vernichtet. Der Gegner hat in dieser Zeit seine Militärstärke ausgebaut. Deswegen ist der Erhalt von tödlichen Waffen jetzt eine sehr wichtige Frage für unseren Staat“.

    Obwohl die USA auf die Bitte Kiews nicht eingingen, werden die Gespräche mit der EU fortgesetzt. Das teilte der ukrainische Botschafter bei der EU, Konstantin Jelissejew, im Interview mit dem europäischen Internet-Portal „Euractiv“ mit. Er betonte, dass die Ukraine moderne Flugabwehrsysteme brauche. Auf die Anmerkung des Interviewers, dass es im Himmel über der Ukraine keine russischen Militärflugzeuge gebe, sagte er, dass der Bedarf nach diesen Systemen früher oder später entstehen würde.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren
    Themen:
    Waffenlieferungen an Ukraine (115)

    Zum Thema:

    Friedensplan: Lawrow sieht Fortschritt in Ukraine und warnt vor Waffenlieferungen
    NATO-General schließt negative Folgen direkter Waffenlieferungen an Kiew nicht aus
    Polens Büro für nationale Sicherheit wird Waffenlieferungen an Ukraine besprechen
    Staatsduma-Chef: Bei Waffenlieferungen an Kiew sind Friedensvereinbarungen in Gefahr
    Tags:
    Waffen, Waffenlieferungen, Konstantin Jelissejew, Ilja Kiwa, Taras Beresowez, Igor Plotnizki, Pawel Klimkin, Barack Obama, Josh Earnest, Petro Poroschenko, Joe Biden, Russland, USA, Ukraine