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02:24 21 September 2019
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    Rakete des Typ Iskander-M

    USA zerstören atomares Patt mit Russland

    © Sputnik / Alexei Danichev
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    Die US-Regierung will in dieser Woche dem Kongress einen Bericht über Maßnahmen vorlegen, die Russland im Rahmen des Vertrages über nukleare Mittelstreckensysteme (INF-Vertrag) abschrecken sollen, schreibt die „Nesawissimaja Gaseta" am Montag.

    Nach Angaben von Rose Gottemoeller, US-Staatssekretärin für Rüstungskontrolle und internationale Sicherheit, könnten wirtschaftliche und sogar militärische Maßnahmen ergriffen werden, sollten die diplomatische Mittel nicht ausreichen.

    Der Wirbel um den INF-Vertrag entstand im Zusammenhang mit „dem Akt zur Unterstützung der Freiheit in der Ukraine". Die wirtschaftlichen Sanktionen konnten die Position Moskaus bis dato nicht beeinflussen. Und auf diese Maßnahmen hat Russland eine asymmetrische Antwort parat, mit der es sich nicht in vollem Umfang in ein Wettrüsten hineinziehen lässt. Eine andere Frage ist: Welche der Seiten ist vor allem dafür verantwortlich, dass es kaum noch einen diplomatischen Handlungsspielraum gibt?

    Um sich Klarheit darüber zu verschaffen, gibt es eine kleine Chronologie zu diesem Thema: 2002 stiegen die USA aus dem ABM-Vertrag aus, der das nukleare Gleichgewicht gesichert hatte. Gleichzeitig kündigten die Amerikaner ein nationales Raketenabwehrsystem an, das angeblich vor einem Angriff der so genannten Schurkenstaaten schützen soll (in erster Linie handelte es sich damals um den Irak, Iran und Nordkorea). Als die USA ihre Raketenabwehranlagen plötzlich an den westlichen Grenzen Russlands aufstellen wollten, begründeten sie das damit, die europäischen Partner schützen zu wollen. Aus "technischen Gründen" verzichtete Washington aber auch auf eine Zusammenarbeit mit Moskau zum Aufbau einer gemeinsamen Raketenabwehr. Dabei wollen die USA die mobilen Raketenanlagen des Typs SM-3 einsetzen.

    Nach Angaben des Leiters des Verteidigungsausschusses der russischen Staatsduma (Parlamentsunterhaus), Wladimir Komojedow, handelt es sich bei dem mobilen Raketensystem der USA um ein getarntes Instrument für einen globalen Blitzschlag (Prompt Global Strike), das das Raketen- und das nukleare Gleichgewicht zerstört.

    Der INF-Vertrag war bereits im Juni 1991 vollständig erfüllt worden. Als die USA das Raketenabwehrsystem in Europa aufzubauen begannen, war Russland praktisch unbewaffnet. Praktisch unbewaffnet, aber nicht völlig. Wie sich herausstellte, verfügte Russland bereits über die durch keine der derzeit bestehenden Raketenabwehrsysteme verwundbaren Raketen des Typs Iskander-M (mit deren Entwicklung war in den 1980er-Jahren begonnen worden) mit einer Reichweite von 500 km. Die größten Sorgen bereitet den Amerikanern jedoch das Raketenabwehrsystem Iskander-K mit dem Marschflugkörper P500, weil dessen Kampfmöglichkeiten höher als bei anderen Streitkräften sind.

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    Tags:
    Iskander-M, INF-Vertrag, Rose Gottemoeller, Russland, USA