12:07 25 April 2019
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    Rückzug aus Russland: Ford buhlt um GM-Händler

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    Ford Sollers will nach dem Rückzug von General Motors (GM) die frei werdende Nische auf dem russischen Automobilmarkt einnehmen, schreibt die Zeitung „RBC“ am Freitag.

    Der US-Konzern will den GM-Kunden Service und Trade-in-Varianten anbieten. Außerdem plant Ford Sollers eine Kooperation mit den Autohändlern in den Regionen.

    Opel-Werk in St. Petersburg (Archivbild)
    © Sputnik / Alexei Danichev
    Nach Angaben von Ford Sollers sollen Kunden beim Kauf eines neuen Ford-Fahrzeugs einen Rabatt von rund 770 Euro bekommen, wenn im Gegenzug ein Gebrauchtwagen der Marken (Trade-In) abgegeben wird, die in Russland nicht mehr verkauft werden.

    Autogigant GM teilte am Mittwoch mit, seine Präsenz in Russland drastisch abzubauen. Die Marke Opel zieht sich komplett zurück. Die Produktionsstätten im Gebiet St. Petersburg und in Kaliningrad sollen geschlossen werden. Nur das Gemeinschaftsunternehmen GM-AvtoVAZ, das den Chevrolet-Niva herstellt, wird weiter laufen. Nach Angaben von Konzernchef Dan Ammann ist der russische Markt mit seiner ungewissen Zukunft nicht für Investitionen geeignet.

    Ford will die frei werdende Nische angesichts des Rückgangs der eigenen Verkaufszahlen besetzen. Im vergangenen Jahr wurden 38 Prozent und im Januar und Februar 70 Prozent weniger Autos abgesetzt.

    In Russland gibt es rund 310 Opel- und Chevrolet-Autohändler. Nach dem GM-Rückzug droht der Hälfte von ihnen die Schließung. Trotz des Angebots von Ford Sollers lassen sich die Händler Zeit für den Umstieg auf eine neue Marke.

    Wie der Geschäftsführer des Autohändlers Avtomir, Vitali Groschenkow, sagte, werden neben Ford auch anderen Marken als Ersatz für GM erwogen.

    Auch in den russischen Regionen sind die Autohändler noch unschlüssig in Bezug auf den neuen Vertragspartner. „Wir haben drei Marken – Opel, Chevrolet und Chevrolet-Niva… In Bezug auf Chevrolet, wie es in der Pressemitteilung heißt, soll die Marke bis Jahresende den russischen Markt verlassen. Das bedeutet jedoch nicht, dass sie sich jetzt schon zurückziehen“, sagte Alexander Pinajew vom GM-Autohändler in Kursk. Ihm zufolge wird das Unternehmen nach dem Verkauf aller Fahrzeuge aus dem Lager mit anderen Marken handeln, die nicht unbedingt Ford sein müssen.

    Für Ford Sollers wird es wohl nicht einfach werden, die frei werdende Nische zu besetzen. Die Verkaufszahlen von Opel und Chevrolet lagen im vergangenen Jahr bei 188.200 Autos. Ford Sollers kann nicht mehr als 125.000 Autos produzieren. In diesem Jahr will Ford mindestens vier neue Modelle auf den russischen Markt bringen, darunter die neuen Ford Mondeo, Ford Focus und Ford Fiesta. Das könnte attraktiv für Händler sein, die erst seit kurzem mit GM kooperieren.

    Der Bau eines Autohauses kostet rund sechs bis sieben Millionen US-Dollar, schwarze Zahlen schreiben die Händler gewöhnlich erst nach sieben bis acht Jahren. Händler, die erst seit einigen Jahren Opel und Chevrolet verkaufen, müssen jetzt zu einer neuen Marke wechseln, um ihre Investitionen zu amortisieren.

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    Tags:
    Auto, Chevrolet-Niva, Opel, Ford Sollers, General Motors (GM), AvtoVAZ, Alexander Pinajew, Vitali Groschenkow, Dan Ammann, Russland