00:51 19 Oktober 2018
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    US-Geheimdienstenthüller Edward Snowden

    Snowden: USA sollten nicht mehr Weltpolizei spielen

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    Laut dem ehemaligen US-Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden hat die US-Politik nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 die Verbindung zur Realität verloren, schreibt die „Rossijskaja Gaseta“ am Montag.

    „Die größte Tragödie nach dem 11. September, nach den Terroranschlägen der Terroristen gegen mein Land, ist, dass die Politik unserer Regierung mit den Fakten auseinanderging“, sagte Snowden in einem Interview mit dem Schweizer TV-Sender RTS, das am Sonntag ausgestrahlt wurde.

    Es sei ein Krieg auf Grundlage von gefälschten Informationen begonnen worden – davon, dass sie gefälscht waren, wussten selbst die hochrangigsten Regierungsvertreter, so Snowden.

    Dem ehemaligen NSA-Mitarbeiter zufolge diktieren die USA ihre Entscheidungen. Diese auf Konflikte gerichtete Politik ist zwar für einige Vertreter der Elite vorteilhaft, jedoch schädlich für die Gesellschaft. Deshalb sollten die USA von der Idee Abstand nehmen, die globale Führungsrolle zu spielen.

    „Falls die Regierung eine Politik ausübt, die nicht für einen Rückgang der Gewalt in der Welt sorgt, entsteht das Risiko des Anstiegs der Konflikte, die mit der Gewalt- und aggressiven Politik zusammenhängen. Das wird unverzüglich ein Wachstum der Gewalt und Spannungen auslösen, die niemandem zugute kommen“, so Snowden.

    Zugleich erinnerte Snowden daran, dass US-Präsident Barack Obama trotz der Enthüllung des US-Spähprogramms dem Sammeln von Daten von mehr als 330 Millionen Amerikanern kein Ende gesetzt hat.

    Edward Snowden erhielt 2013 ein befristetes Asyl in Russland. Zuvor hatte er Informationen über das Spähprogramm der USA veröffentlicht. Die USA erhoben Anklage gegen Snowden. Falls seine Schuld bewiesen wird, drohen ihm in den USA bis 30 Jahre Haft, vielleicht sogar die Todesstrafe.

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    Spionage, NSA, Barack Obama, Edward Snowden, USA