11:21 26 September 2017
SNA Radio
    Gouverneur des Gebietes Dnepropetrowsk Igor Kolomojski

    Oligarchen-Krieg in Kiew: Kolomoiski schickt seine Privatarmee los

    © Sputnik/ Mikhail Markiv
    Zeitungen
    Zum Kurzlink
    Kommersant
    0 1389711611

    Der Konflikt zwischen dem Gouverneur des Gebietes Dnepropetrowsk, Igor Kolomoiski, und dem ukrainischen Präsidenten Pjotr Poroschenko hat sich verschärft, schreibt die Zeitung „Kommersant“ am Dienstag.

    Die schwerbewaffneten Männer, die das Gebäude des staatlichen ukrainischen Öl- und Gaskonzerns Ukrnafta besetzt haben, sollen innerhalb von 24 Stunden ihre Waffen niederlegen. Das teilte der ukrainische Innenminister Arsen Awakow mit. Der Chef des Sicherheitsdienstes (SBU) der Ukraine, Walentin Naliwajtschenko, warf der Führung des Gebietes Dnepropetrowsk vor, die bewaffneten Männer zu unterstützen.

    „Auf den Straßen werden keine Leibwachen von Geschäftsleuten und Politikern mit Schusswaffen herumlaufen. Das betrifft alle. Ich gebe allen Sicherheitsfirmen 24 Stunden, damit sie ihre Tätigkeit mit dem Gesetz in Einklang bringen“, schrieb Innenminister Awakow auf Facebook.

    Nach Angaben des SBU-Chefs Naliwajtschenko unterstützt die Führung des Gebietes Dnepropetrowsk kriminelle Gruppierungen, denen unter anderem der Mord an einem Mitarbeiter des ukrainischen Sicherheitsdienstes, Gefangennahmen, Folterungen sowie Schmuggel im umkämpften Osten des Landes vorgeworfen werden. „Das ist eine Bande. Wir vermuten, dass sie von hochrangigen Mitarbeitern der regionalen Verwaltung von Dnepropetrowsk finanziert werden“, sagte Naliwajtschenko. Ihm zufolge handelt es sich dabei um die Stellvertreter des Gouverneurs Swjatoslaw Olejnik und Gennadi Korban. Olejnik versprach, wegen diesen  Vorwürfen gegen Naliwajtschenko vor Gericht zu ziehen.

    Der Konflikt zwischen der Führung des Gebietes Dnepropetrowsk und dem Umfeld des Präsidenten Poroschenko ist in der vergangenen Woche an die Öffentlichkeit gedrungen. In der Nacht auf Freitag besetzten bewaffnete Männer von Kolomjsky die Zentrale der staatlichen  Öl- und Gaspipelinefirma Uktransnafta. Kolomojski scheiterte jedoch mit dem Versuch, einen Wechsel der Unternehmensleitung zu verhindern. Am nächsten Tag erteilte Poroschenko Kolomojski eine Rüge wegen eines Verstoßes gegen die Berufsethik.

    In der Nacht auf Montag kam es zu einem Konflikt um ein weiteres Unternehmen – Ukrnafta. Die Mitstreiter des Gouverneurs errichteten Absperrungen um das Gebäude des Unternehmens, um eine feindliche Übernahme abzuwehren. Der Abgeordnete des Poroschenko-Blocks Sergej Leschtschenko betonte, dass das Ukrnafta-Gebäude von den Kämpfern eines Freiwilligen-Bataillons kontrolliert werde. Der Berater des Innenministeriums  Sorjan Schkirjak widersprach ihm und sagte, dass das Unternehmen von einer Privatfirma überwacht werde.

    Der Konflikt um Ukrnafta spaltet das ukrainische Parlament. Der Abgeordnete der Partei „Rechter Sektor“ Borislaw Beresa teilte mit, dass er Anträge für das Innenministerium und die Generalstaatsanwaltschaft mit der Forderung vorbereite, die Situation um Ukrnafta zu klären. Es werde versucht, das Vermögen eines Oligarchen durch einen anderen Oligarchen anzueignen, wobei die Interessen der Ukrainer nur eine Nebenrolle spielen würden, so Beresa.

    Der Kiewer Politologe Michail Pogrebinski teilt jedoch diese Meinung nicht. Ihm zufolge handelt es sich nicht um einen Konflikt zwischen Oligarchen, sondern um den ersten offen ausgetragenen Konflikt zwischen Unternehmen und Behörden.

    Zum Thema:

    Krieg der Oligarchen: Kolomoiski-Bataillon lässt Konvoi von Achmetow nicht nach Donbass
    Ukraine: Oligarchen legen sich Privatarmeen zu
    Tags:
    Ukrnafta, Inlandsgeheimdienst der Ukraine (SBU), Rechter Sektor, Petro Poroschenko, Borislaw Beresa, Gennadi Korban, Swjatoslaw Olejnik, Sorjan Schkirjak, Michail Pogrebinski, Arsen Awakow, Ukraine, Dnipropetrowsk
    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren