14:08 24 September 2017
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    FN-Chefin Marine Le Pen

    Frankreich: Le Pen probt bei Départementswahlen für Präsidentenwahl

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    Nesawissimaja Gaseta
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    In Frankreich kam es in der ersten Runde der Départementswahlen zu einem historischen Ergebnis. Die rechtsextreme Front National (FN) etablierte sich bei Regionalwahlen erstmals als zweitstärkste Kraft“, schreibt die „Nesawissimaja Gaseta“ am Dienstag.

    Die meisten Stimmen holte das Oppositionsbündnis der konservativen UMP mit den unabhängigen Demokraten (UDI). Die regierenden Sozialisten erlitten eine vernichtende Niederlage.

    “Wir sind der alleinige Sieger des ersten Wahlgangs“, verkündete FN-Chefin Marine Le Pen, deren Partei auf 25,19 Prozent der Stimmen kam. „Mit dem massiven Votum fasst die FN landesweit Wurzeln.”

    Die Niederlage der Linken ist auf die Unbeliebtheit der regierenden Sozialisten und die zersplitterten Genossen zurückzuführen. Die Grünen und die Kommunisten traten getrennt zur Wahl an. Die sozialistische Partei erhielt 21,85 Prozent der Stimmen. Die Linken verpassten die zweite Runde in 524 der insgesamt 2054 Kantone. Derzeit droht ihnen der Verlust von 20 bis 30 der 61 Départements.

    Dem russischen Frankreich-Kenner Juri Rubinski zufolge sind die Départementswahlen an sich nicht so bedeutend. Deshalb ist die Wahlbeteiligung stets niedrig. Dieses Mal aber nahmen mehr als 50 Prozent der Franzosen teil, weil die Parteien ihre Wählerschaft mobilisiert hatten.

    Für Le Pen stimmen hauptsächlich Protestwähler. Sie hat einen kleinen Schritt getan, um die FN zur dritten Kraft in Frankreich zu etablieren. „Im Grunde bereitet sich Le Pen auf die Präsidentschaftswahl 2017 vor“, sagte Rubinski in einem Interview mit der „Nesawissimaja Gaseta“.

    „Wenn sich nichts ändert, wird sie im ersten Wahlgang als Sieger hervorgehen. Dann wird alles davon abhängen, wer ihr Gegner in der zweiten Runde ist. In diesem Sinne kann die zweite Runde der Départementswahlen als Probe für die zweite Runde der Präsidentschaftswahl betrachtet werden.

    Tags:
    Juri Rubinski, Marine Le Pen, Frankreich
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