03:22 14 Dezember 2017
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    Huthi-Rebellen im Jemen

    Jemen: Rebellen erobern geheime Anti-Terror-Pläne der USA

    © AP Photo/ Hani Mohammed
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    Die schiitischen Huthi-Rebellen im Jemen haben Geheimdokumente mit Informationen über die Anti-Terror-Operationen der CIAauf der Arabischen Halbinsel in ihren Besitz gebracht, schreibt die „Rossijskaja Gaseta“ am Donnerstag.

    Wie die Zeitung „Los Angeles Times“ am Mittwoch unter Berufung auf Quellen im Weißen Haus berichtete, enthalten die Dokumente die Namen und Adressen von Informanten sowie Pläne für Anti-Terror-Einsätze.

    Die vertraulichen Dokumente wurden im Nationalen Sicherheitsbüro Jemens aufbewahrt, das mit der CIA und anderen US-Geheimdiensten kooperierte. Als die schiitischen Rebellen im September des Vorjahres die Räume des jemenitischen Sicherheitsdienstes stürmten, hatten die Offiziere einen Teil der Geheimdokumente vernichtet. Ein weiterer Teil der Papiere gelang jedoch in die Hände der Aufständischen.

    „Das Durchsickern der Informationen fügte dem Geheimdienstnetz der USA im Jemen einen großen Schaden zu“, schreibt die „Los Angeles Times“. Wegen der Eskalation der Gewalt in der Region mussten die USA ihre Bombenangriffe auf Stellungen der Terroristen für zwei Monate einstellen und die Botschaften evakuieren. Am vergangenen Wochenende seien US-Sonder- und Aufklärungseinheiten eilig aus dem Jemen abgezogen worden.

    Die Nachrichtenagentur AP meldete am Mittwoch, dass Jemens Präsident Abed Rabbo Mansur Hadi aus dem Lande geflohen sei, nachdem die schiitischen Rebellen der Bewegung „Ansar Allah“, genannt Huthi, in die Hafenstadt Aden vorgerückt waren. Medieninformationen zufolge liefen Einheiten der jemenitischen Armee in Aden zu den Rebellen über und nahmen den Bruder des Präsidenten, Naser Hadi, Verteidigungsminister Mahmud al-Subaihi sowie mehrere Generäle fest.

    US-Außenamtssprecherin Jen Psaki bestätigte, dass Präsident Hadi seine Residenz verlassen hat. Wohin er geflüchtet ist, sagte sie allerdings nicht. Zudem gab sie keine Auskunft darüber, ob die USA erwägen, Präsident Hadi außer Landes zu bringen.

    Die Entwicklung im Jemen könnte eine weitere Niederlage für Washington im Nahen Osten werden. Die USA haben mit der Regierung Jemens im Kampf gegen die Terrorgruppierungen eng kooperiert, darunter gegen Al-Qaida. US-Präsident Barack Obama sprach im vergangenen Jahr sogar von einem geeigneten „Modell im Anti-Terror-Zusammenwirken“.

    Journalisten fragten Psaki, ob diese Bezeichnung noch aktuell sei und warum die Anstrengungen zur Unterstützung der Regierungen Iraks und Jemens in beiden Länder gescheitert sind und zu einer Offensive der Extremisten geführt haben.

    Die Flucht des Präsidenten und der Abzug der US-Militärs aus dem Jemen hinderten Psaki nicht daran, zu betonen, dass die USA dort Erfolge gegen

    Al-Qaida erzielt haben. Auf die Frage, worin sich diese Erfolge äußern, sagte Psaki, dass das US-Außenministerium zwar keine Details zum Anti-Terror-Kampf bekanntgeben könne, die USA jedoch Mittel zur Überwachung und Koordinierung der Maßnahmen hätten.

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    CIA, Abed Rabbo Mansur Hadi, Jennifer Psaki, Barack Obama, Jemen, USA
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